Roman
-
Olav Audunssohn von Sigrid Undset

Olav Audunssohn und Ingunn Steinfinnstochter werden in bewegte Zeiten geboren. Es ist das 13. Jahrhundert in Norwegen, das Land ist zwar christianisiert, aber es gibt noch genügend die meinen, die Kirche solle sich um die Seelen kümmern und ansonsten sollten die alten Sippengesetze gelten. In mitten dieses Ringens geraten Olav und Ingunn. Als Kinder hat man sie miteinander verlobt und da Olav der Pflegesohn von Ingunns Vater ist, sind sie zusammenaufgewachsen. Sie wussten um das Verlöbnis. Doch nachdem Steinfinn starb, werden seine minderjährigen Kinder Mündel von Verwandten, die sich für die schöne, allerdings nicht sehr kluge, Ingunn, eine bessere Partie wünschen und kurz erklären, dass diese Verlobung in Kindertagen doch wohl nur ein Spaß gewesen sein kann. Olav will das nicht hinnehmen und besteht auf dem Verlöbnis. Da er und Ingunn mittlerweile miteinander schlafen, gelten sie im Sinne der Kirche als verheiratet und ein langes Tauziehen mit der Sippe beginnt. Schließlich kommt es zu einem Vergleich, bevor der entgültig besiegelt werden kann, erschlägt Olav im Streit einen von Ingunns Verwandten, wird für vogelfrei erklärt und muss das Land für vier Jahre verlassen.
Sigrid Undset wurde einmal von einem Kritiker geraten, es doch mit diesen Mittelalterromanen zu lassen. Wie gut, dass sie nicht auf ihn gehört hat. Denn sowohl Kristian Lavranstochter als auch Olav Audunssohn, beide spielen zur selben Zeit, sind Meisterwerke. Ihre Beschreibungen der Menschen, deren Lebensumstände, der Natur die sie umgibt, das ist Lesen in 3-D. Es ist eines der Bücher, die man am Liebsten sofort nach dem Beenden wieder von vorne beginnen würde. Doch es gibt Grund zur Freude, Olavs Geschichte geht weiter, der zweite Band erscheint bereits am 20.03.2026.
Olav Audunssohn
Autorin: Sigrid Undset
Übersetzerin aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs
Verlag: Kröner
ISBN: 9783520629050
Preis: 30,00 € -
Ring the Bells von C. K. McDonnell

Es ist Weihnachtszeit und auch die Belegschaft der Stranger Times plant eine kleine Feier. Grace, die Büroleiterin, hat extra Etiketten von „richtigem“ Wein auf die Flaschen mit dem alkoholfreien geklebt, um ihren Boss, den unberechenbaren versoffenen Vincent Banecroft, trocken zu kriegen. Es stehen Plätzchen bereit, die letzte Ausgabe vor Jahresende ist, oh Wunder, pünktlich fertig geworden und alles könnte … nun ja, vielleicht nicht schön, aber nett sein, doch dann werden ihre Rechner lahmgelegt und nichts geht in Druck. Während dessen trifft sich in der Bibliothek der Universität Manchester ein Buchclub, der ab und an magische Experimente macht. Während eines solchen, lassen sie ausversehen einen sehr alten Gott frei, der nun auf Rache an allen und jeden sinnt. Stella, Journalistin in Ausbildung, bekommt Besuch von einer jungen Frau, die behauptet die UrUrEnkelin des bekifften Rastafaris Manni, der die Druckerpresse bedient, zu sein und beginnt Nachforschungen anzustellen. Und dann wäre da noch das Weihnachtswunderland und ein Weihnachtsmann der alle Wünsche wahr werden lässt, was zu Einhörnern und zu allelei anderen Merkwürdigkeiten im Stadtbild führt. Also Ho Ho Homocide und frohes Fest.
Es ist der 5. Teil der Reihe und es wird nicht ein bisschen langweilig. Oft ist bei Serien ja ab dem vierten Teil die Luft ein wenig raus, aber nicht her. Die Bücher sind wundervoll übersetzt von André Mumot und es ist eine Freude, diese etwas andere Weihnachtsgeschichte zu lesen. Neben der Lachtränen, wird sicher bei den Lesenden auch das eine oder andere Tränchen der Rührung fließen, wie es sich bei einer Weihnachtsgeschichte – sei sie noch so skurill – gehört.
Ring the Bells - Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk
Autor: C. K. McDonnell
Übersetzer: André Mumot
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902225
Preis: 22,00 € -
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Emma ist tot! Sie wurde von ihrem Mann Frank ermordet und von ihrer 10-jährigen Tochter Maja gefunden. Für Frank geht es ins Gefängnis, doch wie geht es für Maja, für Brigitte und Per, Emmas Eltern, und für Liv, die beste Freundin und Majas Patentante weiter?
Maja lebt nun bei Brigitte und Per in Glauberg, Hessen. Sie kommt nur schwer mit dem, was geschehen ist, zurecht. Nur in Gesellschaft ihrer Patentante Liv und deren Hündin Chloé wird sie lockerer. Liv ist Astrophysikerin und Maja interessiert sich für das Universum.
Ein Mishna Zitat sagt: „Wer einen einzigen Menschen tötet, zerstört eine ganze Welt“. Dass dies der Wahrheit entspricht, zeigt Jasmin Schreiber in „Da, wo ich dich sehen kann“ auf berührende Weise. Für die Familie von Emma ist nichts mehr, wie es vorher war. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Frank war manipulativ und gewalttätig. Emma wirkte nicht glücklich, hat aber auch nicht darüber gesprochen, was Frank ihr antut. Die Hinterbliebenen bleiben mit den Fragen, was wenn wir dann und dann das und das gesagt hätten? Wenn wir genauer nachgefragt hätten? Hätte Emma sich denn getrennt? Wäre sie noch am Leben? Auch Maja hat Schuldgefühle, weil sie ihren Vater der Mutter oft vorgezogen hat. Sie kämpft mit Alpträumen, weil sie meint ein böses Mädchen gewesen zu sein. Auch fühlt sie sich schuldig, weil sie ihren Vater immer noch liebt.
Jasmin zeigt nicht nur die einzelnen Personen, sondern wirft auch Schlaglichter auf Femizide, die statistisch gesehen, vermehrt zunehmen. Sie fügt Artikel und Behördenschreiben in die Geschichte ein und gibt ihr damit noch mehr Tiefe. Es ist ein Buch, das tief unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das viele lesen sollten. Es erzählt mehr, als die Geschichte einer Familie nach einem traumatischen Ereignis. Es erzählt auch von der strukturellen Gewalt gegen Frauen und wie gerne darüber hinweg gesehen wird.Da, wo ich dich sehen kann
Autorin: Jasmin Schreiber
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902232
Preis: 24,00 € -
Das Glück der Bücher von Karin Joachim
Ein neues Buch von Karin Joachim. Diesmal ist es kein Krimi, sondern spielt in ihrer neuen Heimat, dem Münsterland.
Lilo, Mitte 50, ist begeisterte Buchhändlerin, die leider durch wirtschaftliche Umstände gezwungen wird, ihr Geschäft aufzugeben. Die Neuorientierung gestaltet sich schwierig, da der Arbeitsmarkt für über 50jährige nicht viel her gibt, Bürgergeld nur eine verübergehende Unterstützung sein kann, aber sicher nicht geeignet ist, die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. Da entdeckt Lilo die Bücherschränke, die in jedem Ort seit einigen Jahren auftauchen und dort trifft sie diverse interessante Menschen . Ihre eher schwarzgefärbte Welt wird bunter. Allerdings ist nicht jeder neue Bekannte das, was er auf den ersten Blick scheint.
Karin Joachim hat sich eines aktuellen Themas angenommen, der kriselende Buchmarkt, die Verlagerung auf den Onlinehandel und die Gefahr des sozialen Abstiegs, durch Arbeitslosigkeit. Allerdings hätte ich dem Buch einen weniger behäbigen Erzählstil gewünscht.
Das Glück der Bücher
Autorin: Karin Joachim
Verlag: Gmeiner
ISBN 9783839208502
Preis: 15,00 € -
Sophie – Die Kaisermacherin von Michaela Baumgartner
Irgendwann war die Erzherzogin Sohpie, Gattin von Erzherzog Franz Karl und Mutter von Kaiser Franz Josef, mal ein Mädchen und eine Prinzessin in Bayern. Sie war ausgelassen, hatte ein liebevolles Elternhaus, ein lebenslanges gutes Verhältnis zu den Eltern und den meisten ihrer Geschwister. Aus Liebe Heirat sie Franz Karl nicht, sie macht sich auch keine Illusionen über seine geistigen Qualitäten, doch Sympathie ist da und so scheint es ihr kein allzu großes Opfer zu sein. Sie hingegen ist gebildet, politisch interessiert und nicht ohne Ehrgeiz. Da Kaiser Ferdinand, nicht die hellste Kirsche auf der Torte, denkbar ungeeignet ist, die Unruhen in Wien zu begegnen, wird er zurücktreten und eigentlich wäre nun Franz Karl sein Nachfolger und Sophie somit Kaiserin. Sie überredet ihren Gatten zu Gunsten Franz Josefs zurückzutreten und bleibt die graue Eminenz im Hintergrund. Das ändert sich, als dieser die 15 jährige Sisi, Sophies Nachte heiratet. Erst ist das Verhältnis ungetrübt, doch das ändert sich schnell. Sisi erweist sich nicht als so formbar, wie Sophie es sich erhofft hatte.
Michaela Baumgartner erzählt die Sophies Geschichte historisch korrekt, mit Brief- und Tagebuchfragmenten untermaut. Das Buch liest sich sehr flüssig, allerdings muss ich gestehen, dass ich es als Biografie vorgezogen hätte. Doch das ist natürlich Geschmackssache. Schön ist es, dass es mit Bild der herzlosen Schwiegermutter und dem süßlichen Sisi Klischee aufräumt.
Sophie - Die Kaisermacherin
Autorin: Michaela Baumgartner
Verlag: Gmeiner
ISBN: 9783839209059
Preis: 17,50 € -
Haralds Mama von Johanna Fried
Harald, bipolar, tablettenabhängig und liebenswert, er erinnert seine Freundin an einen golden Retriver, war auf Entzug. Nun soll er heimkehren. Doch zu wem? Zu seiner Freundin oder zu seiner Mutter? Die beiden Frauen treffen auf einem kleinen Flughafen im Norden Schwedens aufeinander. Einig sind sie sich nur darin, dass sie einander nicht leiden können und die jeweils andere schädlich für Harald halten. Schnee nun verhindert den Abflug von Haralds Flugzeug und die beiden Frauen, die ihn lieben, sich aber hassen, habe Zeit miteinander zu reden. Wobei reden, das will eigentlich nur Haralds Mama. Seine Freundin hat im Grunde so gar keinen Bedarf, ärgert sich aber mehr und mehr, dass sie jedes Mal, wenn sie den Monolog von Haralds Mama unterbricht, abgewürgt wird. In Gedanken geht sie zurück, geht den Weg noch einmal, der dazu geführt hat, dass sie nun auf diesem Flughafen sitzt und von Vorwürfen einerseits und Selbstneweihräucherung andererseits überschüttet wird.
Johanna Fried lässt zwei Frauengenerationen aufeinandertreffen, die es nicht schaffen füreinander Verständnis aufzubringen. Alles was sie trennt wird gnadenlos offengelegt und keine ist bereit das Feld zu räumen und über dem Feld schwebt Harald.
Haralds Mama
Autorin: Johanna Fried
Übersetzerin: Susanne Dahmann
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902188
Preis: 23,00 € -
Katabasis von R. F. Kuang
Was macht man, wenn man seinen Professor durch ein nachlässig gezeichnetes Pentagramm explodieren lassen hat, ihn aber für den Abschluss in Analytischer Magie dringend braucht? Für Alice Law keine Frage: Man folgt ihm in die Hölle und bringt ihn zurück! Alice macht also einen Schnellkurs in Tartarismus, ist bereit den Preis, die Hälfte ihrer Lebenszeit, zu zahlen und macht sich mit Dante und Vergil gerüstet auf. Die waren schließlich schon dort und haben es zurück geschafft. Allerdings bekommt sie in letzter Minute einen Reisegefährten: Peter Murdoch, Überflieger, ebenfalls Doktorant bei Jakob Grimes und Alice Konkurrent um dessen Gunst.
Alice und Peter stellen schnell fest, dass sich ihr Wissen über die Hölle und ihre Regeln ergänzt, diese aber doch noch so einige Überraschungen in Petto hat. Prof. Grimes finden sie nicht so schnell wie gehofft, doch sie lernen sich besser kennen und erkennen, dass ihre Vorstellungen von einander weit von der Realität abweichen und wie sehr Grimes, ein ziemliches Ungeheuer, sie gegeneinander ausgespielt hat. Je besser sie sich kennenlernen, je mehr wird Alice Idol, eben jener Professor Jakob Grimes, von seinem Sockel gestürzt.
Alice wird bewusst, welchen Preis sie bezahlt hat, um in Cambridge, bei dieser Koryphäe, ihren Abschluss zu machen und bezweifelt mehr und mehr, dass es das wert war. Übermenschliche Arbeitsbelastung, Sexistische Übergriffe, Beleidigungen und ein Reglement, dass es unmöglich machen sich zu beschweren. Täte sie das, würde es Grimes eine leichte Abmahnung einbringen, sie aber ihre Karriere kosten.
Bereits in Babel hat sich R. F. Kuang einer Hochschule gewidmet und einen existieren Ort mit einem fantastischen Spiegelbild versehen. Damals war das Thema Rassismus und Englands Kolonialismus. Diesmal ist es persönlicher. Ihr fiktives Cambridge ist ein Ort, an dem Magie erforscht wird und der einiges von seinen Studendierenden an Unterordnung und Arbeitsaufwand verlangt. Es ist eine patriachal geprägte Ordnung und Alice, wie viele andere ihrer Generation, macht sich eher über die Feministinnen lustig und denkt, dass doch alles an Gleichstellung erreicht ist. Ein weiteres Trugbild, was ihr genommen wird.
Fazit: Ein Buch an dem alles stimmt! Eine spannende, originelle Geschichte und Protagonist:innen, die man abwechsel in den Arm nehmen und schütteln möchte. Das Buch ist wunderschön aufgemacht. Ich bin schon so gespannt, was R. F. Kuang als nächstes schreibt. Zum Glück sind ihrer Bücher derart, dass man sie ohne weiteres zwei oder auch dreimal lesen möchte und immer noch etwas neues entdeckt.
Katabasis
Autorin: R. F. Kuang
Übersetzt von Alexandra Jordan & Heide Franck
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902164
Preis: 28,00 -
Noch fünf Tage von Andrea Fischer Schulthess
Noch fünf Tage, dann will Amanda sich das Leben nehmen. Sterben wollte sie schon immer, besser gesagt, sie wollte nie wirklich leben. Erträglich war es für sie nur durch Alkohol und Tabletten. Es gab auch ruhigere Zeiten, während ihr Sohn klein war, auch liebt sie ihren Mann, der immer zu auf Geschäftsreise ist und die Erinnerungen an ihren Großvater Alois, wie er in ihrer Kindheit war. Von dem unternehmungslustigen Mann von damals ist nicht viel übrig geblieben, mittlerweile ist er ein boshafter Alter geworden, den sie sich fernhält. Was er aber nicht bleibt, denn fünf Tage bevor sie aus dem Leben scheiden will, passiert so einiges. Die Freundin ihres Sohnes ist schwanger und Alois hat sich verletzt und muss erst einmal bei seiner Enkelin einziehen. Vieles kommt hoch, auch die ungeklärten Fragen, die sie seit ihrer Kindheit belasten. Wer war ihre Großmutter und warum hat sie sich umgebracht? Warum war Amandas eigene Mutter so distanziert und hat sie irgendwann von ihrem Großvater ferngehalten? Komischerweise haben die ganzen Probleme nicht den Effekt, dass sie nun erst recht sterben will, sondern genau das Gegenteil. Amanda will noch ein wenig bleiben, doch dann …
Familiendrama, Psychokrimi? Irgendwie beides. Die Geschichte hat mich sehr mitgenommen, besonders da die Protagonistin teils nur schwer auszuhalten ist. Aber das kann man ja literarisch nur als Qualität ansehen. Ein wenig störend fand ich die Rückblenden, die so unmotiviert daher kommen. Das hätte sich geschickter lösen lassen.
Fazit: Ein sehr akutelles, lesenswertes Buch
Noch fünf Tage
Autorin: Andrea Fischer Schulthess
Verlag: Pendragon
ISBN: 9783865329127
Preis: 22,00 € -
Swift River von Essie Chambers

Diamond ist 16, stark übergwichtig und die einzige Schwarze in Swift River, dazu hat sie noch eine weiße Mutter und ihr Vater ist eines Tages verschwunden. Nur seine Turnschuhe, seine Geldbörse und seine Hausschlüssel fand man am Swift River. Die Gerüchteküche brodelt. Dauernd wird berichtet, man hätte ihn gesehen oder es wird behauptet das Diamant und ihre Mutter Annabelle ihn ermordet hätten. Annabelle, Diamants Mutter, ist kaum in der Lage sich gegen das alles zu wehren und sie kann Diamant nichts über die Geschichte der Familie ihres Vaters gezählen. Sie weiß nicht, wie es dazu kam, dass die Schwarzen, bis auf eine junge Frau, Swift River verließen. Dann eines Tages schreibt ihr eine Frau aus Georgia, die sich als ihre Tante Leena entpuppt und die erzählt ihr die Geschichte der Familie.
Der tägliche versteckte und auch offene Rassismus sind für Diamant Normalität. Doch sie hat auch einen Traum, sie will fort aus Swift River und fort von ihrer Mutter. Diamant liebt Annabelle, doch sie sieht auch, dass diese sie mit ihren Depressionen und ihrer Unfähigkeit ein stabiles Umfeld zu schaffen, zerstören wird, wenn sie sich nicht freischwimmt.
Swift River ist Essie Chambers erster Roman. Sie hat in der Fernsehbrancce im Bereich Dokumentarfilm gearbeitet. Diamants Geschichte, die auch die Geschichte Swift Rivers ist, erzählt sie in sowohl in Rückblenden als auch in Briefen. Sie taucht tief ein, in die Zeiten der Rassentrennung und des immer noch existenten Rassismus.
Fazit: Ein Buch das tief unter die Haut geht!
Swift River
Autorin: Essie Chambers
Übersetzerin: Simone Jakob
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847901884
Preis: 24,00 € -
Miss Sonderbar von Sabine Stamer
Britta ist die ruhige Tochter von Holger und Ruth … bis sie auf die Uni geht. Dort beginnt sie sich merkwürdig zu verhalten, sie entwickelt einen Verfolgungswahn, hört Stimmen, setzt ihr Zimmer ausversehen in Brand. Die Eltern holen sie nach Hause und erklären sich das Verhalten ihrer Tochter mit Stress und ungewohnter Umgebung. Britta erholt sich und geht zurück an die Uni, tatsächlich scheint alles gut zu gehen, aber der Schein trügt. Immer mehr driftet sie in eine Welt ab, zu der nur sie Zugang hat. Wieder geht es vorübergend besser, wieder zurück an der Universität lernt sie Jörg kennen. Sie heiraten, sie bekommen ein Kind und wieder nimmt Britta ihre Medikamente nicht und landet nun in der Psychiatrie. Holger, der Vater will nicht wahrhaben, dass es sich um eine Psychische Erkrankung handelt. So etwas hat es in seiner Familie nicht zu geben. Ruth, die Mutter, ist überfürsorglich und Schwester Maike, anerkennt zwar, dass Britta krank ist, ist aber überfordert und zieht sich zurück. Für Britta geht es weiter bergab, Missbrauch, Drogen, Psychiatrie – abgelöst von relativ normalen Zeiten und doch steht sie am Ende auf der Autobahnbrücke. Mit der Szene beginnt Sabine Stamer Brittas Geschichte zu erzählen. Sie lässt alle um die Betroffen in Protokollen zu Wort kommen.
Miss Sonderbar ist Sabine Stamers erstes belletristisches Buch. Die Autorin ist tief in das Thema psychische Erkrankung eingetuacht und das Buch geht einem unter die Haut. Einfühlsam beschreibt sie nicht nur die schizophrenen Phasen Brittas, sondern auch die Reaktionen der Umwelt. Die Sprachlosigkeit der Familie, denn man will ja nicht zugeben, dass es so etwas bei ihnen gibt. Aber auch wie schwer es ist, Hilfe zu finden und vor allem, dass unter so einer Erkrankung nicht nur der oder die Betroffe leidet, sondern alle um sie herum.
Miss Sonderbar
Autorin: Sabine Stamer
Verlag: Rote Katze, Lübeck
ISBN: 9783910563384
Preis: 22,00 €











