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Ring the Bells von C. K. McDonnell

Es ist Weihnachtszeit und auch die Belegschaft der Stranger Times plant eine kleine Feier. Grace, die Büroleiterin, hat extra Etiketten von „richtigem“ Wein auf die Flaschen mit dem alkoholfreien geklebt, um ihren Boss, den unberechenbaren versoffenen Vincent Banecroft, trocken zu kriegen. Es stehen Plätzchen bereit, die letzte Ausgabe vor Jahresende ist, oh Wunder, pünktlich fertig geworden und alles könnte … nun ja, vielleicht nicht schön, aber nett sein, doch dann werden ihre Rechner lahmgelegt und nichts geht in Druck. Während dessen trifft sich in der Bibliothek der Universität Manchester ein Buchclub, der ab und an magische Experimente macht. Während eines solchen, lassen sie ausversehen einen sehr alten Gott frei, der nun auf Rache an allen und jeden sinnt. Stella, Journalistin in Ausbildung, bekommt Besuch von einer jungen Frau, die behauptet die UrUrEnkelin des bekifften Rastafaris Manni, der die Druckerpresse bedient, zu sein und beginnt Nachforschungen anzustellen. Und dann wäre da noch das Weihnachtswunderland und ein Weihnachtsmann der alle Wünsche wahr werden lässt, was zu Einhörnern und zu allelei anderen Merkwürdigkeiten im Stadtbild führt. Also Ho Ho Homocide und frohes Fest.
Es ist der 5. Teil der Reihe und es wird nicht ein bisschen langweilig. Oft ist bei Serien ja ab dem vierten Teil die Luft ein wenig raus, aber nicht her. Die Bücher sind wundervoll übersetzt von André Mumot und es ist eine Freude, diese etwas andere Weihnachtsgeschichte zu lesen. Neben der Lachtränen, wird sicher bei den Lesenden auch das eine oder andere Tränchen der Rührung fließen, wie es sich bei einer Weihnachtsgeschichte – sei sie noch so skurill – gehört.
Ring the Bells - Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk
Autor: C. K. McDonnell
Übersetzer: André Mumot
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902225
Preis: 22,00 € -
RED von Felicity McLean
Ruby McCoy – genannt Red – lebt mit ihrem Vater Sid in einem heruntergekommenen Haus an der Küste Victorias/Australien. Sid ist ein Träumer, immer voller verrückter Ideen, doch dummerweise nicht mit der Disziplin ausgestattet, auch nur eine von ihnen umzusetzen. Seine Pläne vom schnellen Reichtum kommen nie zu irgendwas. Red erlebt sehr schnell Polizeigewalt und Korruption. Sergeant Healy ist der Erzfeind der McCoys und irgendwann haben seine Versuche Sid in seine Machenschaften einzuspannen und ihn irgendwann in den Knast zu bekommen Erfolg. Es ist 1990 und Red ist fünfzehn, als das geschieht und als Healey versucht auch sie in seine Geschäfte einzuspannen, sinnt sie auf Rache.
Felicity McLean lässt Red ihre Geschichte aus der Gefängniszelle herauserzählen. Mit Red hat sie eine weibliche Ned Kelly Figur geschaffen. In dem Vorwort weist sie darauf hin, dass der ungewöhnliche Stil des Buches, ein Gedankenstrom fast ohne Interpunktion, eine Anlehnung an den Jerilderie-Brief ist, den Ned Kelly 1890 verfasste und in dem er die englischen Gesetze und die Korruption anklagte.
Es ist ein ungewöhnliches Buch und noch ungewöhnlicher für einen Krimi. Zuerst ist es ein wenig ungewöhnlich sich in dem Wortstrom ohne Punkt und Komma zurechtzufinden, doch denn reißt er einen mit.
RED
Autorin: Felicity McLean
Übersetzerin: Kathrin Bielefeld
Herausgeber: Jürgen Ruckh
Verlag: Polar
ISBN: 9783910918337
Preis: 17,00 € -
Der Bootsmann von Hardy Crueger

Drei Jahre ist es her, dass Robin Bachmann ermordet wurde. Denise, seine Frau hatte sich damals als Lockvogel zur Verfügung gestellt und wäre beinahe ebenfalls dem Mörder ihres Mannes zum Opfer gefallen. Als nun wieder im Raum Braunschweig und Salzgitter Frauen auf den Flüssen attackiert werden, ist sie beunruhigt. Aber der Flussmann kann es ja nicht sein, denn der sollte wohl verwahrt in der JVA Celle sein. Eigentlich …
Denise leidet seit dem damaligen Erlebnis unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und kämpft noch immer um einen Rest Normalität. Zu Mal sie auch für ihren Sohn da sein will. Lorenz Gabriel, der Privatdetektiv, der ihr damals geholfen hat und nun mit ihr befreundet ist, ist von den Nachrichten über die Angriffe ebenfalls beunruhigt. Er zieht Erkundigungen ein und einiges weißt auf einen Incel, einen Frauenhasser hin. Denise jedoch kann sich nicht von dem Gedanken befreien, dass der Flussmann wieder aktiv ist.
Bereits Der Flussmann war ein sehr besonderer Regionalkrimi und auch die Fortsetzung Der Bootsmann hat die Qualität. Zum Ende hin, überkommt einen das Gefühl, dass ein dritter Teil geplant war, zu dem es nun leider nicht mehr kommen wird, denn Hardy Crueger ist vor einigen Wochen gestorben. Hardy Cruegers Bücher zeichnen sich durch eine sehr eigene Stimme, ein tiefes Verständnis für die Gefühlswelt seiner Figuren, originelle Wendungen und Erzählkraft aus. Schade das diese Stimme nun fehlen wird.
Der Bootsmann
Autor: Hardy Crueger
Verlag: Niemeyer Krimi
ISBN: 978-3-8271-9204-2
Preis: 15,00 € -
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Emma ist tot! Sie wurde von ihrem Mann Frank ermordet und von ihrer 10-jährigen Tochter Maja gefunden. Für Frank geht es ins Gefängnis, doch wie geht es für Maja, für Brigitte und Per, Emmas Eltern, und für Liv, die beste Freundin und Majas Patentante weiter?
Maja lebt nun bei Brigitte und Per in Glauberg, Hessen. Sie kommt nur schwer mit dem, was geschehen ist, zurecht. Nur in Gesellschaft ihrer Patentante Liv und deren Hündin Chloé wird sie lockerer. Liv ist Astrophysikerin und Maja interessiert sich für das Universum.
Ein Mishna Zitat sagt: „Wer einen einzigen Menschen tötet, zerstört eine ganze Welt“. Dass dies der Wahrheit entspricht, zeigt Jasmin Schreiber in „Da, wo ich dich sehen kann“ auf berührende Weise. Für die Familie von Emma ist nichts mehr, wie es vorher war. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Frank war manipulativ und gewalttätig. Emma wirkte nicht glücklich, hat aber auch nicht darüber gesprochen, was Frank ihr antut. Die Hinterbliebenen bleiben mit den Fragen, was wenn wir dann und dann das und das gesagt hätten? Wenn wir genauer nachgefragt hätten? Hätte Emma sich denn getrennt? Wäre sie noch am Leben? Auch Maja hat Schuldgefühle, weil sie ihren Vater der Mutter oft vorgezogen hat. Sie kämpft mit Alpträumen, weil sie meint ein böses Mädchen gewesen zu sein. Auch fühlt sie sich schuldig, weil sie ihren Vater immer noch liebt.
Jasmin zeigt nicht nur die einzelnen Personen, sondern wirft auch Schlaglichter auf Femizide, die statistisch gesehen, vermehrt zunehmen. Sie fügt Artikel und Behördenschreiben in die Geschichte ein und gibt ihr damit noch mehr Tiefe. Es ist ein Buch, das tief unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das viele lesen sollten. Es erzählt mehr, als die Geschichte einer Familie nach einem traumatischen Ereignis. Es erzählt auch von der strukturellen Gewalt gegen Frauen und wie gerne darüber hinweg gesehen wird.Da, wo ich dich sehen kann
Autorin: Jasmin Schreiber
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902232
Preis: 24,00 € -
Die Trauerrednerin und der verschwundene Bote von Karla Letterman

Penni Sattler, Bewohnerin des Lübecker Brolingviertels ist besorgt, als der flotte Pizzabote und Instagramer Nic plötzlich nicht mehr die Pizzas verteilt. Auch auf seinen Instagramkanal ist es merkwürdig still. Die Post dort hatten sich dort bereits seit einiger Zeit von positiven Einblicken in seine Arbeit und besagten Stadtviertel zu sehr negativ verändert. Als Penni, ihres Zeichens Trauerrednerin, bei der Beerdigung eines jungen Mannes aus reichem Hauses, Nic entdeckt, wird ihr Gefühl, das etwas ganz und gar nicht stimmt lauter. Der Nic den sie dort sieht, ist allerdings bei weitem nicht mehr der fröhliche Sonnyboy, sondern wirkt krank und bedrückt. Als denn noch eine junge Frau eine Anschuldigung gegen die Familie des Toten ausspricht, wird Penni neugierig und beginnt, mit Unterstützung von Privatermittler und Freund Eric-Erkan zu ermitteln.
Der Geschichte liegt eine gute Idee und ein feines Setting, die alte Hansestadt Lübeck, zugrunde. Karla Lettermann schreibt flüssig und auch witzig. Die Stadtbeschreibungen machen Lust, Lübeck mal wieder einen Besuch abzustatten. Leider fehlt dem Krimi-Element so einiges. Die Motivation der Ermittlerin ist doch sehr vage, ein loser Verdacht, eine Bemerkung die in aufgeheizter Atmosphäre von ihr völlig unbekannten Menschen gemacht wird, scheinen doch recht mager für eine Ermittlung. Das mag noch alles irgendwie hingegen, was mich wirklich gestört hat, sind die Ereignisankündigungen in der Art: Noch wusste sie nicht, dass die schwarze Bluse sie in Schwierigkeiten bringen würde. Charmant geschrieben, aber handwerklich schlecht gemacht.
Die Trauerrednerin und der verschwundene Bote - Ein Lübeck-Krimi Autorin: Karla Letterman Verlag: Rote Katze ISBN: 978-3-910563-45-2 Preis: 20,00 €
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Zwölf ungezähmte Pferde von Anne Holt

2022, die Zeit des Lockdowns ist vorbei. Ein Mensch scheint dies zu bedauern: Hanne Wilhelmsen! Spröde und mit sozialer Kompetenz so um Null herum ausgestattet, schafft sie es die wenigen Menschen, die ihr gewogen sind zu vergrätzen. Ihre Frau Nefis verlässt sie mit Tochter Ida, nachdem ihr gemeinsamer Freund Henrik, seines Zeichens Hauptkommisar, ermordet aufgefunden wurde und es arg danach aussieht, dass sein Tod hätte verhindert werden können, wenn Hanne seine Bitte nach Hilfe nicht abgeschlagen hätte. Die einzige die ihr widerwillig zur Seite steht ist Ebba Braut, ihres Zeichens Lektorin und schwanger, ohne, wie sie behauptet Sex gehabt zu haben. Natürlich ist Hanne skeptisch, bis sie entdeckt, woran Henrik gearbeitet hat, ein Frau hat Selbstmord begannen, nachdem sie ihre Schwangerschaft entdeckt hat. Karoline Vilde ist sehr religiös und geht von einer unbeflekten Empfängnis aus, was ihr natürlich niemand glaubt, auch ihre Familie nicht. Als dann noch eine Frau mit einer unerklärlichen Schwangerschaft auftaucht, zeichnet sich ein ausgesprochen düsteres Bild ab. Frauenhass und frustrierte Männer gibt es reichlich, doch hier scheint er eine neue Stufe zu erreichen.
Anne Holt ist immer eine sichere Garantin für Spannung, interessante Charaktere und aktuelle Themen. Hier hat sie sich selbst übertroffen.
Zwölf ungezähmte Pferde
Ein Fall für Hanne Wilhelmsen.
Autorin: Anne Holt
ISBN 3855351961
EAN 9783855351961
Veröffentlicht September 2025
Verlag/Hersteller Atrium Verlag
Übersetzt von Gabriele Haefs -
Das Glück der Bücher von Karin Joachim
Ein neues Buch von Karin Joachim. Diesmal ist es kein Krimi, sondern spielt in ihrer neuen Heimat, dem Münsterland.
Lilo, Mitte 50, ist begeisterte Buchhändlerin, die leider durch wirtschaftliche Umstände gezwungen wird, ihr Geschäft aufzugeben. Die Neuorientierung gestaltet sich schwierig, da der Arbeitsmarkt für über 50jährige nicht viel her gibt, Bürgergeld nur eine verübergehende Unterstützung sein kann, aber sicher nicht geeignet ist, die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. Da entdeckt Lilo die Bücherschränke, die in jedem Ort seit einigen Jahren auftauchen und dort trifft sie diverse interessante Menschen . Ihre eher schwarzgefärbte Welt wird bunter. Allerdings ist nicht jeder neue Bekannte das, was er auf den ersten Blick scheint.
Karin Joachim hat sich eines aktuellen Themas angenommen, der kriselende Buchmarkt, die Verlagerung auf den Onlinehandel und die Gefahr des sozialen Abstiegs, durch Arbeitslosigkeit. Allerdings hätte ich dem Buch einen weniger behäbigen Erzählstil gewünscht.
Das Glück der Bücher
Autorin: Karin Joachim
Verlag: Gmeiner
ISBN 9783839208502
Preis: 15,00 € -
Sophie – Die Kaisermacherin von Michaela Baumgartner
Irgendwann war die Erzherzogin Sohpie, Gattin von Erzherzog Franz Karl und Mutter von Kaiser Franz Josef, mal ein Mädchen und eine Prinzessin in Bayern. Sie war ausgelassen, hatte ein liebevolles Elternhaus, ein lebenslanges gutes Verhältnis zu den Eltern und den meisten ihrer Geschwister. Aus Liebe Heirat sie Franz Karl nicht, sie macht sich auch keine Illusionen über seine geistigen Qualitäten, doch Sympathie ist da und so scheint es ihr kein allzu großes Opfer zu sein. Sie hingegen ist gebildet, politisch interessiert und nicht ohne Ehrgeiz. Da Kaiser Ferdinand, nicht die hellste Kirsche auf der Torte, denkbar ungeeignet ist, die Unruhen in Wien zu begegnen, wird er zurücktreten und eigentlich wäre nun Franz Karl sein Nachfolger und Sophie somit Kaiserin. Sie überredet ihren Gatten zu Gunsten Franz Josefs zurückzutreten und bleibt die graue Eminenz im Hintergrund. Das ändert sich, als dieser die 15 jährige Sisi, Sophies Nachte heiratet. Erst ist das Verhältnis ungetrübt, doch das ändert sich schnell. Sisi erweist sich nicht als so formbar, wie Sophie es sich erhofft hatte.
Michaela Baumgartner erzählt die Sophies Geschichte historisch korrekt, mit Brief- und Tagebuchfragmenten untermaut. Das Buch liest sich sehr flüssig, allerdings muss ich gestehen, dass ich es als Biografie vorgezogen hätte. Doch das ist natürlich Geschmackssache. Schön ist es, dass es mit Bild der herzlosen Schwiegermutter und dem süßlichen Sisi Klischee aufräumt.
Sophie - Die Kaisermacherin
Autorin: Michaela Baumgartner
Verlag: Gmeiner
ISBN: 9783839209059
Preis: 17,50 € -
Haralds Mama von Johanna Fried
Harald, bipolar, tablettenabhängig und liebenswert, er erinnert seine Freundin an einen golden Retriver, war auf Entzug. Nun soll er heimkehren. Doch zu wem? Zu seiner Freundin oder zu seiner Mutter? Die beiden Frauen treffen auf einem kleinen Flughafen im Norden Schwedens aufeinander. Einig sind sie sich nur darin, dass sie einander nicht leiden können und die jeweils andere schädlich für Harald halten. Schnee nun verhindert den Abflug von Haralds Flugzeug und die beiden Frauen, die ihn lieben, sich aber hassen, habe Zeit miteinander zu reden. Wobei reden, das will eigentlich nur Haralds Mama. Seine Freundin hat im Grunde so gar keinen Bedarf, ärgert sich aber mehr und mehr, dass sie jedes Mal, wenn sie den Monolog von Haralds Mama unterbricht, abgewürgt wird. In Gedanken geht sie zurück, geht den Weg noch einmal, der dazu geführt hat, dass sie nun auf diesem Flughafen sitzt und von Vorwürfen einerseits und Selbstneweihräucherung andererseits überschüttet wird.
Johanna Fried lässt zwei Frauengenerationen aufeinandertreffen, die es nicht schaffen füreinander Verständnis aufzubringen. Alles was sie trennt wird gnadenlos offengelegt und keine ist bereit das Feld zu räumen und über dem Feld schwebt Harald.
Haralds Mama
Autorin: Johanna Fried
Übersetzerin: Susanne Dahmann
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902188
Preis: 23,00 € -
Katabasis von R. F. Kuang
Was macht man, wenn man seinen Professor durch ein nachlässig gezeichnetes Pentagramm explodieren lassen hat, ihn aber für den Abschluss in Analytischer Magie dringend braucht? Für Alice Law keine Frage: Man folgt ihm in die Hölle und bringt ihn zurück! Alice macht also einen Schnellkurs in Tartarismus, ist bereit den Preis, die Hälfte ihrer Lebenszeit, zu zahlen und macht sich mit Dante und Vergil gerüstet auf. Die waren schließlich schon dort und haben es zurück geschafft. Allerdings bekommt sie in letzter Minute einen Reisegefährten: Peter Murdoch, Überflieger, ebenfalls Doktorant bei Jakob Grimes und Alice Konkurrent um dessen Gunst.
Alice und Peter stellen schnell fest, dass sich ihr Wissen über die Hölle und ihre Regeln ergänzt, diese aber doch noch so einige Überraschungen in Petto hat. Prof. Grimes finden sie nicht so schnell wie gehofft, doch sie lernen sich besser kennen und erkennen, dass ihre Vorstellungen von einander weit von der Realität abweichen und wie sehr Grimes, ein ziemliches Ungeheuer, sie gegeneinander ausgespielt hat. Je besser sie sich kennenlernen, je mehr wird Alice Idol, eben jener Professor Jakob Grimes, von seinem Sockel gestürzt.
Alice wird bewusst, welchen Preis sie bezahlt hat, um in Cambridge, bei dieser Koryphäe, ihren Abschluss zu machen und bezweifelt mehr und mehr, dass es das wert war. Übermenschliche Arbeitsbelastung, Sexistische Übergriffe, Beleidigungen und ein Reglement, dass es unmöglich machen sich zu beschweren. Täte sie das, würde es Grimes eine leichte Abmahnung einbringen, sie aber ihre Karriere kosten.
Bereits in Babel hat sich R. F. Kuang einer Hochschule gewidmet und einen existieren Ort mit einem fantastischen Spiegelbild versehen. Damals war das Thema Rassismus und Englands Kolonialismus. Diesmal ist es persönlicher. Ihr fiktives Cambridge ist ein Ort, an dem Magie erforscht wird und der einiges von seinen Studendierenden an Unterordnung und Arbeitsaufwand verlangt. Es ist eine patriachal geprägte Ordnung und Alice, wie viele andere ihrer Generation, macht sich eher über die Feministinnen lustig und denkt, dass doch alles an Gleichstellung erreicht ist. Ein weiteres Trugbild, was ihr genommen wird.
Fazit: Ein Buch an dem alles stimmt! Eine spannende, originelle Geschichte und Protagonist:innen, die man abwechsel in den Arm nehmen und schütteln möchte. Das Buch ist wunderschön aufgemacht. Ich bin schon so gespannt, was R. F. Kuang als nächstes schreibt. Zum Glück sind ihrer Bücher derart, dass man sie ohne weiteres zwei oder auch dreimal lesen möchte und immer noch etwas neues entdeckt.
Katabasis
Autorin: R. F. Kuang
Übersetzt von Alexandra Jordan & Heide Franck
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902164
Preis: 28,00








