• Krimi

    Endzeit von Frauke Buchholz

    Endzeit ist der 4. Band der Reihe um den Profiler Ted Garner.

    Mittlerweile hat Garner seinen Job als Profiler aufgegeben. Besonders die letzten beiden Fälle, haben ihn schwer traumatisiert und so ist er nun als Psychotherapeut tätig. Das ist nicht so wirklich sein Ding, denn Empathie, so richtig von Mensch zu Mensch, ist wahrlich nicht seine Kernkompetenz. Es ist also für seinen Ex-Chef nicht allzu schwer ihn als Experten für einen besonderen Fall zu engagieren.

    In einem abgelegenen Haus werden drei Leichen entdeckt. Mutter und zwei Kinder. Das dritte Kind ist verschwunden, so auch der Vater der Familie. Nur dessen Ohr wird noch am Tatort gefunden … und eine Adlerfeder. Schnell wird darauf geschlossen, dass der Mord von einem indigenen Täter begannen wurde. Der Großvater des kleinen Kindes ist ein wohlhabener Spediteur und als nach Tagen eine Lösegeldforderung eintrifft, steigt die Hoffnung, dass Felix und sein Vater noch leben. Die Übergabe geht auf dramatische Weise schief und alles verläuft sich. Man nimmt einen jungen Indigenen fest, auf den Garners Profil passt, doch Zweifel bleiben. Vor allem, Kind und Vater bleiben verschwunden.

    Frauke Buchholz Kriminalromane berühren immer auch die aktuellen Themen der Gesellschaft. In diesem Fall geht es um Endzeitparanoia und was sie auslösen kann. Ihre Charaktere sind nie nur Porjektionsflächen und sind nicht in ein einfaches gut und böse Schema einzuordnen. Ihre Plots sind gut durchdacht, wirken aber nicht konstruiert und sie kennt das Land in dem sie spielen. Die Autorin hat lange in Kanada gelebt.

    Ted Garner Reihe:
    Frostmond
    Blutrodeo
    Skalpjagd
    Endzeit
    Der vierte Fall für Ted Garner. Kriminalroman. 20,6 cm / 13,5 cm ( B/H )
    Buch (Softcover), 328 Seiten
    EAN 9783865329240
    Veröffentlicht Februar 2026
    Verlag/Hersteller Pendragon Verlag
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  • Biogragisch/Autobiografisch

    Christof Stählin – Privatlieder und ihre Verwandten

    Ich habe hier die Qual der Wahl (oder auch der Betreiber des Journals), wo diese Rezension inzuordnen ist. Einerseits ist es ein sehr schön und aufwendig, trotzdem schlicht, gestaltetes Buch, andrerseits sind dabei 2 CDs mit der Musik von Stählin, die außer der Lieder der ersten LP Privatlieder noch reichlich Bonusmaterialenthalten, teils auch Aufnahmen von Auftritten enthalten.

    Die Tonqualität ist überraschend gut, wenn man bedenkt, dass die Tonbänder, von denen die Aufnahmen kopiert wurden, schon teils über 60 Jahre alt sind. Einige der Aufnahmen sind sogar noch Monophon, was dem Hörerlebnis aber nicht schadet.

    Da Stählin bei den Liedern oft ins erzählerische abgleitet bzw. Erklärungen um die Texte rum einwirft, kann man alles auch als Kabarett à Hans-Dieter Hüsch einordnen. An diese erinnern mich Stählins Werke auch. Humorvoll, manchmal sehr schnell gesprochen, auch politisch, selten direkt sondern eher zwischenzeilig oder mit Anspielungen. Vorallem die Livemitschnitte zeigen einen Hang zum Anarchistschen.

    Das Buch selber, eigentlich die Hauptsache, ist eine Dokumentation seines Lebens bis Mitte der 1970er Jahre mit kurzem Abriss seiner späteren Jahre. Nicht nur die Liedertexte der CDs sind da aufgeführt, sondern auch einige seiner Artikel, die er für verschiedene Zeitschriften verfasst hat, ein Interview und historisches Material. Auch Zeichnungen von ihm und Fotos, die mit seinem Werdegang zu tun haben, sind im Buch enthalten. Oft sind bei seinen Texten erklärende Kommentare als Fußnoten beigefügt, um die zeitlichen Zusammenhänge deutlich zu machen.

    Es ist ein Buch, das dem Werk Christof Stählin würdig ist und seine Genialität sehr gut dokumentiert. Mit den CDs zusammen eine wirklich runde Sache.

    ISBN konnte ich leider nicht finden, produziert wurden Buch unf CDs aber gemeinsam von der Stiftung Rheinland.Pfalz für Kultur, der Peter-Rohland-Stiftung, der Edition Nomen+Omen und der Christof-Stählin-Gesellschaft

    für die CDs gilt: GEMA: LC 05658

    https://www.christof-staehlin-gesellschaft.de/bestellung

    v-zero Gastbeitrag von Viktor Braun

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  • Kurzgeschichten

    Sag mir, wo die Liebe wohnt von Kersten Flenter

    Kersten Flenter macht sich in 41 Geschichten auf die Suche nach dem Ort wo die Liebe wohnt. Wer sich mit ihm aufmacht, wird vielleicht nicht deren genaue Adresse finden, aber eine extrem unterhaltsame Zeit haben. Es macht auch nichts, dass sich keine gültige Antwort findet, denn bekanntlich sind ja manche Fragen wichtiger als die Antworten und die Suche spannender und unterhaltsamer als das Finden. Eine Ahnung wo besagte Liebe haust bekommt man aber beim Lesen: Im Blick des Autors auf eine Welt, deren Entwicklung und deren Akteure ihm Sorgen macht.

    Der Reigen der Geschichten geht von der analogen in die digitale Welt. Manchmal mit einem nostalgischen Blick, ausgelöst durch einen Gegenstand, wie etwa einen Stopfpilz. Der die Frage auslöst, warum wir eine Gesellschaft der Sockenwegwerfer geworden sind, wo es doch im Sinne der Nachhaltigkeit besser wäre zu stopfen. Schön auch die „Ratschläge an einen angehenden Schriftsteller“. Herrlich der Blick auf die 6 Akademiker, die einen Campingausflug plus Junggesellenabschied planen. Noch einmal wollen sie, wie in ihrer Jugend spontan los und es krachen lassen. Doch in digistalisierten Zeiten geht das natürlich nicht ohne What’s app Gruppe und anderen Segnungen die das Leben bequemer machen.

    Eine absolute Lesempfehlung, auch zum Vorlesen.

    Sag mir, wo die Liebe wohnt
    Autor: Kersten Flenter
    Verlag: Blaulicht
    Preis: 9,90 €
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  • Norwegen,  Roman

    Olav Audunssohn von Sigrid Undset

    Olav Audunssohn und Ingunn Steinfinnstochter werden in bewegte Zeiten geboren. Es ist das 13. Jahrhundert in Norwegen, das Land ist zwar christianisiert, aber es gibt noch genügend die meinen, die Kirche solle sich um die Seelen kümmern und ansonsten sollten die alten Sippengesetze gelten. In mitten dieses Ringens geraten Olav und Ingunn. Als Kinder hat man sie miteinander verlobt und da Olav der Pflegesohn von Ingunns Vater ist, sind sie zusammenaufgewachsen. Sie wussten um das Verlöbnis. Doch nachdem Steinfinn starb, werden seine minderjährigen Kinder Mündel von Verwandten, die sich für die schöne, allerdings nicht sehr kluge, Ingunn, eine bessere Partie wünschen und kurz erklären, dass diese Verlobung in Kindertagen doch wohl nur ein Spaß gewesen sein kann. Olav will das nicht hinnehmen und besteht auf dem Verlöbnis. Da er und Ingunn mittlerweile miteinander schlafen, gelten sie im Sinne der Kirche als verheiratet und ein langes Tauziehen mit der Sippe beginnt. Schließlich kommt es zu einem Vergleich, bevor der entgültig besiegelt werden kann, erschlägt Olav im Streit einen von Ingunns Verwandten, wird für vogelfrei erklärt und muss das Land für vier Jahre verlassen.

    Sigrid Undset wurde einmal von einem Kritiker geraten, es doch mit diesen Mittelalterromanen zu lassen. Wie gut, dass sie nicht auf ihn gehört hat. Denn sowohl Kristian Lavranstochter als auch Olav Audunssohn, beide spielen zur selben Zeit, sind Meisterwerke. Ihre Beschreibungen der Menschen, deren Lebensumstände, der Natur die sie umgibt, das ist Lesen in 3-D. Es ist eines der Bücher, die man am Liebsten sofort nach dem Beenden wieder von vorne beginnen würde. Doch es gibt Grund zur Freude, Olavs Geschichte geht weiter, der zweite Band erscheint bereits am 20.03.2026.

    Olav Audunssohn 
    Autorin: Sigrid Undset
    Übersetzerin aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs
    Verlag: Kröner
    ISBN: 9783520629050
    Preis: 30,00 €
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  • Anthologie

    RECLAMS Winterbuch – Geschichte und Gedichte für die kalte Jahreszeit

    Alle Jahre wieder bringt der Reclam Verlag wundervolle Sammlungen von Geschichten, Gedichten und Liedern heraus. Das Winterbuch nun umspannt den ganzen Bogen dieser Jahreszeit von Beginn bis Ende. Die Geschichten erzählen von den Freuden des Winters, von Schneetreiben und von der Gemütlichkeit und Winterwärme. Der Autor:innen sind viele Tove Jansson, Oscar Wilde, Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern und Heinrich Heine, um nur einige zu nennen. Viele sind mir bekannt, einige wie etwa Alexander von Ungern-Sternberg, der eine Parabel beigesteuert hat, kannte ich gar nicht. Aber es war mir eine Freude ihn kennenzulernen.

    Dieses Buch ist genau das richtige, um sich mit einem heißen Kakao auf die Couch zu kuscheln, in den Texten zu blättern, mal hier, mal dort zu versinken und sich zu freuen.

    Reclams Winterbuch

    Geschichten und Gedichte für die kalte Jahreszeit. 18,2 cm / 12,0 cm / 1,7 cm ( B/H/T )
    Buch (Softcover), 175 Seiten
    EAN 9783150207376
    Veröffentlicht September 2023
    Verlag/HerstellerReclam Philipp Jun.

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  • Fantastisch,  Roman

    Ring the Bells von C. K. McDonnell

    Es ist Weihnachtszeit und auch die Belegschaft der Stranger Times plant eine kleine Feier. Grace, die Büroleiterin, hat extra Etiketten von „richtigem“ Wein auf die Flaschen mit dem alkoholfreien geklebt, um ihren Boss, den unberechenbaren versoffenen Vincent Banecroft, trocken zu kriegen. Es stehen Plätzchen bereit, die letzte Ausgabe vor Jahresende ist, oh Wunder, pünktlich fertig geworden und alles könnte … nun ja, vielleicht nicht schön, aber nett sein, doch dann werden ihre Rechner lahmgelegt und nichts geht in Druck. Während dessen trifft sich in der Bibliothek der Universität Manchester ein Buchclub, der ab und an magische Experimente macht. Während eines solchen, lassen sie ausversehen einen sehr alten Gott frei, der nun auf Rache an allen und jeden sinnt. Stella, Journalistin in Ausbildung, bekommt Besuch von einer jungen Frau, die behauptet die UrUrEnkelin des bekifften Rastafaris Manni, der die Druckerpresse bedient, zu sein und beginnt Nachforschungen anzustellen. Und dann wäre da noch das Weihnachtswunderland und ein Weihnachtsmann der alle Wünsche wahr werden lässt, was zu Einhörnern und zu allelei anderen Merkwürdigkeiten im Stadtbild führt. Also Ho Ho Homocide und frohes Fest.

    Es ist der 5. Teil der Reihe und es wird nicht ein bisschen langweilig. Oft ist bei Serien ja ab dem vierten Teil die Luft ein wenig raus, aber nicht her. Die Bücher sind wundervoll übersetzt von André Mumot und es ist eine Freude, diese etwas andere Weihnachtsgeschichte zu lesen. Neben der Lachtränen, wird sicher bei den Lesenden auch das eine oder andere Tränchen der Rührung fließen, wie es sich bei einer Weihnachtsgeschichte – sei sie noch so skurill – gehört.

    Ring the Bells - Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk
    Autor: C. K. McDonnell
    Übersetzer: André Mumot
    Verlag: Eichborn
    ISBN: 9783847902225
    Preis: 22,00 €
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  • Crime noir,  Krimi,  Uncategorized

    RED von Felicity McLean

    Ruby McCoy – genannt Red – lebt mit ihrem Vater Sid in einem heruntergekommenen Haus an der Küste Victorias/Australien. Sid ist ein Träumer, immer voller verrückter Ideen, doch dummerweise nicht mit der Disziplin ausgestattet, auch nur eine von ihnen umzusetzen. Seine Pläne vom schnellen Reichtum kommen nie zu irgendwas. Red erlebt sehr schnell Polizeigewalt und Korruption. Sergeant Healy ist der Erzfeind der McCoys und irgendwann haben seine Versuche Sid in seine Machenschaften einzuspannen und ihn irgendwann in den Knast zu bekommen Erfolg. Es ist 1990 und Red ist fünfzehn, als das geschieht und als Healey versucht auch sie in seine Geschäfte einzuspannen, sinnt sie auf Rache.

    Felicity McLean lässt Red ihre Geschichte aus der Gefängniszelle herauserzählen. Mit Red hat sie eine weibliche Ned Kelly Figur geschaffen. In dem Vorwort weist sie darauf hin, dass der ungewöhnliche Stil des Buches, ein Gedankenstrom fast ohne Interpunktion, eine Anlehnung an den Jerilderie-Brief ist, den Ned Kelly 1890 verfasste und in dem er die englischen Gesetze und die Korruption anklagte.

    Es ist ein ungewöhnliches Buch und noch ungewöhnlicher für einen Krimi. Zuerst ist es ein wenig ungewöhnlich sich in dem Wortstrom ohne Punkt und Komma zurechtzufinden, doch denn reißt er einen mit.

    RED
    Autorin: Felicity McLean
    Übersetzerin: Kathrin Bielefeld
    Herausgeber: Jürgen Ruckh
    Verlag: Polar
    ISBN: 9783910918337
    Preis: 17,00 €
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  • Krimi

    Der Bootsmann von Hardy Crueger

    Drei Jahre ist es her, dass Robin Bachmann ermordet wurde. Denise, seine Frau hatte sich damals als Lockvogel zur Verfügung gestellt und wäre beinahe ebenfalls dem Mörder ihres Mannes zum Opfer gefallen. Als nun wieder im Raum Braunschweig und Salzgitter Frauen auf den Flüssen attackiert werden, ist sie beunruhigt. Aber der Flussmann kann es ja nicht sein, denn der sollte wohl verwahrt in der JVA Celle sein. Eigentlich …

    Denise leidet seit dem damaligen Erlebnis unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und kämpft noch immer um einen Rest Normalität. Zu Mal sie auch für ihren Sohn da sein will. Lorenz Gabriel, der Privatdetektiv, der ihr damals geholfen hat und nun mit ihr befreundet ist, ist von den Nachrichten über die Angriffe ebenfalls beunruhigt. Er zieht Erkundigungen ein und einiges weißt auf einen Incel, einen Frauenhasser hin. Denise jedoch kann sich nicht von dem Gedanken befreien, dass der Flussmann wieder aktiv ist.

    Bereits Der Flussmann war ein sehr besonderer Regionalkrimi und auch die Fortsetzung Der Bootsmann hat die Qualität. Zum Ende hin, überkommt einen das Gefühl, dass ein dritter Teil geplant war, zu dem es nun leider nicht mehr kommen wird, denn Hardy Crueger ist vor einigen Wochen gestorben. Hardy Cruegers Bücher zeichnen sich durch eine sehr eigene Stimme, ein tiefes Verständnis für die Gefühlswelt seiner Figuren, originelle Wendungen und Erzählkraft aus. Schade das diese Stimme nun fehlen wird.

    Der Bootsmann
    Autor: Hardy Crueger
    Verlag: Niemeyer Krimi
    ISBN: 978-3-8271-9204-2
    Preis: 15,00 €
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  • Roman

    Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

    Emma ist tot! Sie wurde von ihrem Mann Frank ermordet und von ihrer 10-jährigen Tochter Maja gefunden. Für Frank geht es ins Gefängnis, doch wie geht es für Maja, für Brigitte und Per, Emmas Eltern, und für Liv, die beste Freundin und Majas Patentante weiter?
    Maja lebt nun bei Brigitte und Per in Glauberg, Hessen. Sie kommt nur schwer mit dem, was geschehen ist, zurecht. Nur in Gesellschaft ihrer Patentante Liv und deren Hündin Chloé wird sie lockerer. Liv ist Astrophysikerin und Maja interessiert sich für das Universum.
    Ein Mishna Zitat sagt: „Wer einen einzigen Menschen tötet, zerstört eine ganze Welt“. Dass dies der Wahrheit entspricht, zeigt Jasmin Schreiber in „Da, wo ich dich sehen kann“ auf berührende Weise. Für die Familie von Emma ist nichts mehr, wie es vorher war. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Frank war manipulativ und gewalttätig. Emma wirkte nicht glücklich, hat aber auch nicht darüber gesprochen, was Frank ihr antut. Die Hinterbliebenen bleiben mit den Fragen, was wenn wir dann und dann das und das gesagt hätten? Wenn wir genauer nachgefragt hätten? Hätte Emma sich denn getrennt? Wäre sie noch am Leben? Auch Maja hat Schuldgefühle, weil sie ihren Vater der Mutter oft vorgezogen hat. Sie kämpft mit Alpträumen, weil sie meint ein böses Mädchen gewesen zu sein. Auch fühlt sie sich schuldig, weil sie ihren Vater immer noch liebt.
    Jasmin zeigt nicht nur die einzelnen Personen, sondern wirft auch Schlaglichter auf Femizide, die statistisch gesehen, vermehrt zunehmen. Sie fügt Artikel und Behördenschreiben in die Geschichte ein und gibt ihr damit noch mehr Tiefe. Es ist ein Buch, das tief unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das viele lesen sollten. Es erzählt mehr, als die Geschichte einer Familie nach einem traumatischen Ereignis. Es erzählt auch von der strukturellen Gewalt gegen Frauen und wie gerne darüber hinweg gesehen wird.

    Da, wo ich dich sehen kann
    Autorin: Jasmin Schreiber
    Verlag: Eichborn
    ISBN: 9783847902232
    Preis: 24,00 €
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  • Krimi

    Die Trauerrednerin und der verschwundene Bote von Karla Letterman

    Penni Sattler, Bewohnerin des Lübecker Brolingviertels ist besorgt, als der flotte Pizzabote und Instagramer Nic plötzlich nicht mehr die Pizzas verteilt. Auch auf seinen Instagramkanal ist es merkwürdig still. Die Post dort hatten sich dort bereits seit einiger Zeit von positiven Einblicken in seine Arbeit und besagten Stadtviertel zu sehr negativ verändert. Als Penni, ihres Zeichens Trauerrednerin, bei der Beerdigung eines jungen Mannes aus reichem Hauses, Nic entdeckt, wird ihr Gefühl, das etwas ganz und gar nicht stimmt lauter. Der Nic den sie dort sieht, ist allerdings bei weitem nicht mehr der fröhliche Sonnyboy, sondern wirkt krank und bedrückt. Als denn noch eine junge Frau eine Anschuldigung gegen die Familie des Toten ausspricht, wird Penni neugierig und beginnt, mit Unterstützung von Privatermittler und Freund Eric-Erkan zu ermitteln.

    Der Geschichte liegt eine gute Idee und ein feines Setting, die alte Hansestadt Lübeck, zugrunde. Karla Lettermann schreibt flüssig und auch witzig. Die Stadtbeschreibungen machen Lust, Lübeck mal wieder einen Besuch abzustatten. Leider fehlt dem Krimi-Element so einiges. Die Motivation der Ermittlerin ist doch sehr vage, ein loser Verdacht, eine Bemerkung die in aufgeheizter Atmosphäre von ihr völlig unbekannten Menschen gemacht wird, scheinen doch recht mager für eine Ermittlung. Das mag noch alles irgendwie hingegen, was mich wirklich gestört hat, sind die Ereignisankündigungen in der Art: Noch wusste sie nicht, dass die schwarze Bluse sie in Schwierigkeiten bringen würde. Charmant geschrieben, aber handwerklich schlecht gemacht.

    Die Trauerrednerin und der verschwundene Bote - Ein Lübeck-Krimi
    Autorin: Karla Letterman
    Verlag: Rote Katze
    ISBN: 978-3-910563-45-2
    Preis: 20,00 €
    
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