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Fischkopp Vendetta von Patricia Brandt
Mit Fischkopp Vendetta legt Patricia Brandt den 5. Teil ihrer Küsten Krimi Reihe vor. Wie die Vorgänger spielt auch dieser in Hohwacht.
Es beginnt mit einer Gruppe Aussteiger, die sich in der Nähe von Hohwacht einen Hof gekauft haben, um dort nun glücklich und in Gemeinschaft zu leben. Als sie ankommen, finden sie erst einmal die Leiche des Vorbesitzers … und ein Fass mit Waffen, Geld und gefälschten Pässen. Das ruft natürlich Oke Oltmann, Hohwachts Kommisar auf den Plan. Dabei hat der nun wahrlich schon genug Probleme, Gattin Inse scheint sich verliebt zu haben und im Hotel findet eine Esoterikmesse statt. Zu allem Überfluss ist auch noch ein Reporter unterwegs, um eine Reprotage über das mörderische Hohwacht zu schreiben.
So weit, so gut. Es klingt nach gelungenen Zutaten. Skurille Charaktere, ein idyllisches Setting, Themen mit aktuellen Bezug, wie Klimaschutz. Alles dabei … und doch zündet es nicht richtig. Zum einen liegt es am zuviel. Skurille Charaktere sind schön und gut, doch wenn beim Lesen das Gefühl aufkommt, das kleine Hohwacht wäre mit nichts anderem bevölkert, wird es leicht ermüdend. Vor allem aber zerfasert der Plot vor lauter Originalität.
Die Autorin gibt sich reichlich Mühe Lokalkolorit rüberzubringen, etwa mit Plattdeutschen Gesprächsfetzen. Leider hat da das Lektorat zugeschlagen und diese Sequenzen für alle Regionen kompatibel machen wollen. Was dabei rausgekommen ist? Lesenden, die des Plattdeutschen mächtig sind (wie ich) dürften sich die Fußnägel kräuseln. Andere wieder könnten zu dem Schluss kommen, dass in Hohwacht Sätze mit plattdeutsch beginnen und in hochdeutsch enden. Das hätte sich nun wahrlich eleganter, etwa mit einem kleinen Glossar der typischen Redewendungen lösen lassen.
Fischkopp Vendetta
Autorin: Patricia Brandt
Verlag: Gmeiner
ISBN: 9783839280706
Preis: 14,00 € -
(Aktion) Mein SuB kommt zu Wort

Anna von *Annas Bücherstapel* hat 2016 eine neue Gemeinschaftsaktion ins Leben gerufen, die Vanessa von *Vanessas Literaturblog* und ich im August 2021 übernommen haben. Seit Mai 2025 führt Melli von Mellis Buchleben die Aktion alleine fort.
Moin, aus Kiel. Bei Sheenas Creatic Bookworld habe ich von dieser schönen Aktion gelesen und mein SuB, er heißt Kabook, war sofort dafür, mitzumachen.
Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook und Print zählst)?
Zur Zeit, inklusive E-Books bin ich 6 Bücher hoch. Das ist relativ selten, ich habe deutlich abgenommen, aber wie ich Karin kenne, wird das nicht lange so bleiben.
Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig uns deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!



Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es ein SuB-Senior, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem(r) Besitzer:in gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Missing Page – Tödliche Worte von Katie Kento hat mich kürzlich verlassen. Karin hat es mit solcher Freude gelesen – sie hatte es sogar frisch gekauft -, dass sie gleich wollte, dass soviele wie möglich es lesen und hat es ihren Enkelinnen geschickt. Sie war so angetan von Katie Kentos Erzähltalent, dass sie umgehend den Vorgänger: Hotel Ambrosia (siehe oben) angeschafft hat.
Beschreibung: Beschreibung
Die 17-jährige Toni reist nach Schottland, um am Workshop eines Bestsellerautors teilzunehmen. In dem abgelegenen Herrenhaus eröffnet der kauzige Schriftsteller den Teilnehmenden: Er will dem größten Nachwuchstalent sein Vermögen vermachen! Die Jugendlichen stürzen sich in die Textarbeit. Doch während ein Sturm sie von der Außenwelt isoliert, geschehen rätselhafte Dinge: Das Personal verhält sich seltsam, jemand geistert durch die Gänge, und es kommt zu einem Einbruch. Schlafwandlerin Toni wird nachts von Albträumen geplagt – und als der Schreibkurs eine blutige Wendung nimmt, beginnen die Grenzen zwischen Traum und Realität zu verschwimmen …
Liebe:r SuB, zeig uns Bücher weiblicher Autorinnen, deren Werke Dein:e Besitzer:in bislang gerne gelesen hat!



Alle drei Bücher hat Karin mit Begeisterung gelesen und ist schon ganz aufgeregt, weil im Oktober ein neues Buch von R. F. Kuang kommt, die sie wohl besonders beeindruckend findet.
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House of Ash and Shadow – Die goldene Stadt 1 von Leia Stone

Fallon ist 17 und verflucht. Wann immer sie jemand berührt, leidet sie unerträgliche Schmerzen. Sie ist ein Findelkind und lebt mit ihrem Pflegevater in einem kleinem Ort, in der Nähe der goldenen Stadt. In ihrem Dorf leben die Fae ohne Magie, während in der Stadt, die mit magischen Fähigkeiten residieren. Als ihr Pflegevater krank wird und ihm Kräutermedizin nicht mehr hilft, macht sie sich auf den Weg in die goldene Stadt, um Medizin und einen Heiler zu finden, der hilft, obwohl sie kein Geld haben. Hier trifft sie Ariyon, der nicht nur ihren Vater heilt, sondern der auch der Einzige ist, der sie berühren kann, ohne den Fluch auszulösen. Fallon entdeckt, dass sie nicht, wie vermutet, keine Magie hat, sondern im Gegenteil sehr viel, allerdings der Art, die sehr skeptisch beäugt wird: Nämlich dunkle! Es stellt sich heraus, dass sie die Tochter von Marissa Bane ist, die ihrerseits mittlerweile zur Königin der Nachtwandler geworden ist und einen Krieg gegen die goldene Stadt plant. Fallon gerät zwischen die Fronten, doch sie findet auch Freund:innen an der Akademie, wo man sie hingeschickt hat, um zu lernen ihre Kräfte zu kontrollieren.
House of Ash and Shadow – Die goldene Stadt 1, ist der Auftakt zu einer Trilogie (bis jetzt sind es drei) und ich habe es mit den leichten Vorbehalt gelesen und wurde sehr angenehm überrascht. Obwohl es die üblichen Elemente dieses Genres enthält, also Romance, Fluch, comming of Age, so hat es doch auch einen besonderen Touch. Einmal stellt es die Sozialen Probleme in einer Klassengesellschaft, sehr praktisch da. In dem Dorf, in dem Fallon aufwächst, gibt es kein Geld, sondern eine Tauschwirtschaft. Als sie in die goldene Stadt kommt, hat sie die Vorstellung, dass dort alle gleich luxuriös leben, doch weit gefehlt, auf der Ostseite leben die „Reichen“, der Adel, die alten Familie und auf der Westseite der Rest, der nicht das Glück hatte, sich die richtigen Eltern ausgesucht zu haben.
Ein Lesevergnügen mit genügend Stoff zum Nachdenken.
Übersetzt wurde das Buch von Michael Krug und erschienen ist es bei One – der Jugendsparte von Bastei Lübbe.
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Der Mord an Maschinenmeister Roolfsen – der (wohl) älteste Krimi der Welt – von Maurits Christopher Hansen

Kongsberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Stadt des Silbers ist ein Mord geschehen. Der Maschinenmeister Roolfsen ist verschwunden. Zuletzt gesehen wurde er in der Wirtschaft von Hermann und Kirsti Haitler, deren Sohn Kjeld war mit Roolfsen überkreuz, weil die Pflegetochter der Wirtsleute, Karine, Roolfsen den Vorzug gab. In dunkler Nacht nun, nachdem Kjeld wilde Drohungen gegen seinen Konkurrenten ausgestoßen hat, ist Roolfsen verschwunden. Kjeld beteuert seine Unschuld, gibt aber zu, die Leiche entsorgt zu haben. In Verdacht geraten seine Eltern. Der Justiziar, Assessor Johannes Barth, der auch die Funktion eines Ermittlers hat, fällt es schwer in Kjeld den Schuldigen zu sehen, zu Mal sein Vorgesetzter der Oberbergmann, es sehr eilig hat die Schuld irgendjemanden in die Schuhe zu schieben und die Ermittlungen blockiert und durch seine Mauscheleien selbst in Verdacht gerät.
Der (wohl) älteste Krimi der Welt, wurde von seinem Verfasser Maurits Christopher Hansen als Kriminalanekdote bezeichnet. Was sehr gut passt. Die kurzen Abschnitte, die skurrilen Figuren und die zum Teil umwerfend komischen Szenen geben der Geschichte Tempo. Maurits Christopher Hansen (1794 -1852) hatte ein Talent dafür mit wenigen Worten prägnante Bilder zu erschaffen.
Ein großes Lob an die Übersetzerinnen Evelyn Dahlsrud und Gabriele Haefs, die diese Geschichte gefunden und übersetzt haben. Dank auch an den Rote Katze Verlag Lübeck, der solchen Projekten ein zu Hause gibt.Der Mord an Maschinenmeister Roolfsen - der (wohl) älteste Krimi der Welt
Autor: Maurits Christopher Hansen
Übersetzerinnen aus dem Norwegischen: Evelyn Dahlsrud und Gabriele Haefs
Verlag: Rote Katze Verlag, Lübeck
ISBN: 978-3-910563-44-5
Preis: 15,00 € -
Mein Bruder Wolf von Lara Taveirne

Am 12. Dezember 2012 macht Wolf sich auf zum nördlichsten Ort Schwedens, um dort zu sterben. Zehn Jahre später beginnt seine Schwester, die Autorin, über seine Reise zu den Polarlichtern zu schreiben. Wolf hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Aufgebrochen ist er mit Jack Kerouacs «On the Road» und einem Moleskine Heft, in dem er seine Reise dokumentiert. Dieses Heft wird, mit seiner Leiche, fünf Monate später gefunden. Er hatte es in Plastik verpackt an seinem Körper. Eine Art Abschiedsbrief? Eine Dokumentation seines Weges zur Endstation? In der Retrospektive wird klar, dass Wolf seine Reise in den Tod bewusst geplant und gut vorbereitet hat. Nur eine Kleinigkeit klappt nicht. Er muss eine Station vor dem nördlichsten Punkt aussteigen, für eine Weiterfahrt hatte er kein Geld mehr.
Zehn Jahre später versucht Lara Taveirne, die Schwester, seinen Weg zu verfolgen. Versucht, zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Sie zeichnet dabei eine Geschichte ihrer Familie. Wolf war ein Nachzügler, zu den vier Geschwistern bestand ein großer Altersunterschied. Ein neugieriges, ewig fragendes Kind. Später ein 18-Jähriger, der Freunde hatte, der lustig sein konnte, der beliebt war und sich doch überflüssig in dieser Welt fühlte und unter den Polarlichtern sterben wollte.
Lara Taveirne folgt Bruder Wolf auf seiner Reise, sie erzählt von ihm, ohne zu werten, ohne dass Wut spürbar ist, nur Trauer. Es sind kurze Absätze, kleine Puzzlestücke eines viel zu kurzen Lebens und zehn Jahre der Trauer, die wohl nie vorbeigehen wird. Mit Wolfs Tagebuch macht sie sich auf die Reise.
Das Buch ist nicht sehr lang und doch habe ich Tage gebraucht, um es zu lesen, nicht weil es schlecht geschrieben wäre – ganz im Gegenteil –, sondern weil es mich tief berühn. rt hat und ich es immer wieder weglegen musste.
Abgesehen vom Text, ist das Buch wunderschön aufgemacht. Immer, wenn ich es aus der Hand legte, musste ich vorher über den Leinenumschlag mit den goldenen Sternen und dem Polarlicht streichen.Mein Bruder Wolf
Autorin: Lara Taveirne
Übersetzerin aus dem Niederländischen: Lisa Mensing
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902362
Preis: 24,00 -
Die schlafenden Hunde von Dublin von Ellen Dunne

Zum 5. Mal ist KHK Patsy Logan, die Frau der Stunde, zwischen München und Dublin am Ermitteln. Diesmal ist es sehr persönlich. Fergal Massey, ein alter Freund ihres Vaters und Pubbetreiber in München wurde in Dublin ermordet. Patsy Logan ist gerade nach ihrem Jahr Auszeit zurück in München, als sie davon erfährt, und steht gleich im Mittelpunkt der Ermittlungen, denn Fergal Massey hat vor seinem Tod ein Testament gemacht und sie zur Vollstreckerin ernannt. Mal ganz abgesehen davon, dass sie, ihre Mutter und ihre Geschwister den Hauptteil von Fergals Vermögen erben, ist dieser sehr viel wohlhabender ist, als jeder vermutet.
Kaum in München gelandet, befindet Patsy sich bereits wieder auf dem Rückflug nach Dublin, diesmal in Begleitung ihrer Mutter Ruth, die Massey die letzte Ehre erweisen will. Das will Patsy auch, aber nicht nur. Sie will wissen, was hinter Fergals Tod, dem merkwürdigen Testament und den Ecstasypillen aus den 90ern steckt, die in Fergals Münchener Wohnung gefunden wurden und sie hat hat so eine Ahnung, dass sie endlich erfahren könnte, was mit ihrem Vater, der 1993 in Irland verschwand, geschehen ist.
Fergal Massey, Arthur Logan und Mannix Sheridan, waren seit ihrer Schulzeit befreundet. Während Fergal und Arthur sich nach Deutschland absetzten heiratete Mannix Sheridan in eine der Dubliner Familien, die zu den großen Nummern des organisierten Verbrechens zählten. Gerade von ihm erwartet sich Patsy Antworten und stellt schnell fest, dass man riskiert, gebissen zu werden, wenn man schlafende Hunde weckt.
Auch das 5. Buch der Serie nimmt die Lesenden mit auf eine Tour de Force. Spannung, Emotionen, eine Protagonistin die sowohl tough, als auch verletzlich ist und ein Land dessen Vergangenheit bei Weitem nicht so vorbei ist, wie man meinen könnte. Dazu noch in einem Dublin, wie es Touristen nicht kennen. Das alles aufregend erzählt. Schon die ersten Seiten ziehen den Lesenden so in die Geschichte, dass es unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen.
«Unfollow Stella», der vierte Teil der Serie wurde mit dem Glauser Preis ausgezeichnet. Eine Ehre, die meiner Meinung nach auch «Die schlafenden Hunde von Dublin» verdienen.Die schlafenden Hunde von Dublin
Autorin: Ellen Dunne
Verlag: Haymon Verlag
ISBN: 9783709979815
Preis: 14,95 € -
Keine besonderen Auffälligkeiten von Sophie Sumburane

Anfang Oktober1989 in Deetz, ein kleiner Ort in Brandenburg. Ein Dorf, in dem man sich kennt und vertraut. Doch dann wird eine Frau ermordet und das Misstrauen sieht ein. Jeder beginnt, jeden zu verdächtigen, aber natürlich konnte es auch jemand aus dem Westen gewesen sein. Man wusste ja, in der DDR gab es so etwas nicht. So etwas geschah nur dort drüben. Und besonders jetzt wo sich so viel tat, wo die alten Sicherheiten wegbrachen, man sogar davon sprach, dass die Mauer fallen würde, konnte es doch sein, dass ein Westmörder sein Unwesen trieb.
Das ist die Ausgangssituation. Man geht von einer Einzeltat aus. Auch als ein weiterer Frauenmord geschieht, sieht man keinen Zusammenhang. Vieles ist dem Durcheinander des Umbruches geschuldet.
In Deetz leben zwei junge Frauen, Hedi und Gabi, beide 19 Jahre alt. Hedi und ihr Verlobter, der sie beschützen will und sie total einengt, gehen in den Westen. Gabi hingegen, Hedis beste Freundin seit Kindertagen, will den Mord in ihrem Dorf, nicht auf sich beruhen lassen. Sie ist entsetzt, dass es keinen wirklich zu interessieren scheint. Sie nimmt eine Stellung als Volontärin bei der Bildzeitung an, um mehr zu erfahren und um über diese Morde zu schreiben. Stellt aber schnell fest, dass man dort kein Interesse hat. Zwei alte Frauen ermordet, nicht sexy und die Leute lesen auch viel lieber, Asylantenhetze. Erst als die Frau und das Baby des russischen Chefarztes einer Klinik, in der Honecker behandelt wurde, ermordet aufgefunden wird, zeigt die Presse Interesse. Doch Gabi stellt schnell fest, dass es den Journalisten nicht darum geht zu helfen den Mörder dingfest zu machen, sondern um Schlagzeilen. Hier wird der Zynismus der Sensations-Berichterstattung deutlich und der Alltagssexismus in der Redaktion.«Keine besonderen Auffälligkeiten» beruht auf dem Fall des Rosa Riesen, wie die Presse ihn nannte. Des letzten Serienmörders der DDR. Während ihrer Recherche wurde die Autorin von einem Kamerateam der Serie «Crime Time» der ARD begleitet. Hier der Link zur Doku.
Sophie Sumburane gelingt es Fakten und Fiktion, zu etwas Eigenem zu verweben. Vor allem gilt ihr Fokus nicht dem Täter, sondern den Opfern. Natürlich einmal den ermordeten Frauen, aber eben auch den peripheren, denen die verdächtigt wurden, den Hinterbliebenen und denen den durch die Angst, die umgeht, die Luft zum Atmen zu eng wird.
Auch wenn auf dem Buch Kriminalroman steht und es um die Aufklärung von Verbrechen geht, so ist es doch auch ein Blick auf das Zeitgeschehen.Keine besondere Auffälligkeiten
Autorin: Sophie Sumburane
Verlag: Edition Nautilus
ISBN: 9783960544784
Preis: 20,00 € -
Niemand da von Ingvar Ambjørnsen

Ingvar Ambjørnsen ist nicht mehr da. Am 19. Juli 2025 ist er gestorben. Daher lesen sich die 12 Geschichten in diesem Buch, mit einer gewissen Wehmut. Es ist das letzte, an dem er aktiv gearbeitet hat. Die norwegische Ausgabe, die den Titel «Die Trauer in St. Peter Ording» hat, enthält fünf Geschichten weniger, als die deutsche. Eine norwegische Rezensentin hat geschrieben «eine Art Wunder – wie schwarze Perlen auf einer Schnur». Die deutschen Lesenden haben also fünf schwarze Perlen mehr auf der Erzählschnur. Die letzte Geschichte «Toter Hund» ist leider unvollendet. Ja, es ist schade, dass Ambjørnsen nun nicht mehr auflösen kann, wie die Geschichte weitergeht, die mit einem erschossenen Hund am Morgen beginnt und sich zu nach und nach zu einer Vier- bis Fünf- vielleicht auch Sechseck Geschichte entwickelt. Andererseits macht es auch Spaß zu spekulieren, wie der Autor es sich weitergedacht hat.
Die Geschichten in diesem Band gleiten ineinander über, obwohl sie nicht zusammenhängen. Ambjørnsen Fans dürfen sich auf das Treffen mit einigen alten Bekannten freuen. Um es gleich zu sagen: Elling taucht nicht auf, aber Sune aus «Die Nacht träumt vom Tag» erscheint in der Geschichte «Rotes Totem». Otto Gedde, bekannt aus «Eine lange Nacht auf Erden» – dort heißt er Claes Otto Gedde – taucht in «Der Berg ruft» als blinder Pianist auf und wie man im Geleitwort von Gabriele Haefs, der Übersetzerin und Ehefrau des Autors, erfährt, war auch ein Roman über sein Leben als Blindenimitator geplant. Ewig schade, den nicht mehr lesen zu können. Die Schnur, die die Perlen zusammenhält, ist der Tod. Nicht der Tod als Bedrohung, weder Freund noch Feind, sondern einfach eine zu akzeptierende Präsenz im Leben.
Ingvar Ambjørnsen war ein Meister darin, das Unsichtbare, die Untertöne sichtbar zu machen, ohne sie zu benennen. Dabei fehlte nie der Blick auf die komischen Seiten im Alltagsgeschehen. Eine Stimme, die fehlen wird.Niemand da
Autor: Ingvar Ambjørnsen
Übersetzerin: Gabriele Haefs
Verlag: Edition Nautilus
ISBN: 9783960544753
Preis: 24,00 € -
Die Namen von Florence Knapp

Es ist 1987, Cora und Gordon haben ihr zweites Kind bekommen. Gordon, einerseits der beliebte Arzt, andererseits herrschsüchtig, gewalttätig und sadistisch seiner Frau gegenüber, will dass der Junge Gordon heißt, wie es Tradition in seiner Familie ist. Cora gefällt das nicht, sie ist für Julian, Maia die 9jährige Schwester plädiert für Bear, weil das Baby so kuschelig und weich aussieht. Das ist die Ausgangssituation. Ab hier verfolgt Florence Knapp, was geschähe, wenn Cora auf dem Amt nun den Namen Bear oder Julian oder Gordon eintrage ließe. Wie würden das Leben des Kindes, ganz zu schweigen das der gesamten Familie, verlaufen. Welchen Einfluss hätte der Name?
In Abständen von jeweils sieben Jahren, erzählt die Autorin die Geschichte der Familie. Dabei ist jeweils ein Strang, einem Namen zugeordnet. Was bleibt ist die Grundsituation: Cora, die von ihrem Mann gedemütigt und gequält wird. Maia, die mit neun Jahren Vorsprung zu ihrem Bruder, schon einiges davon mitbekommen hat. Dieses Spiel mit dem Einfluss eines Namens auf das Leben, ist der Autorin sehr gelungen. Nicht umsonst wurde „Die Namen“ allseits, als bester Debütroman gelobt.
„Die Namen“ ist eines von den Büchern, die einem noch lange beschäftigen. Denn außer den Namen, die die Personen tragen, spielt natürlich auch noch einiges andere eine entscheidene Rolle. Es ist ein „Was wäre wenn Spiel“ bei dem man automatisch an Situationen in der eigenen Lebensgeschichte zurückdenkt, in denen eine anscheinend kleine Entscheidung die Weichen neu stellte. Dabei liest es sich leicht und entwickelt sehr schnell eine Sogwirkung.
Die Namen
Autorin: Florence Knapp
Übersetzerin: Lisa Kögeböhn
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902294
Preis: 24,00 € -
Tödliche Felder von Malin Thunberg Schunke

Ein neuer Fall für Fabia Moretti und Esther Edh von Eurojust. Vordergründig geht es darum einen rumänischen und zwei polnische Staatsbürger aufzufinden, von denen man zuletzt von einer der Tomatenplantagen in Italien gehört hat. Doch Corrado Sanna, von der italienischen Polizei, hat noch ein weiteres Anliegen und das hat einen Namen: Francesco Vitall. Bereits in einem anderen Fall ist haben sich ihre Wege gekreuzt, leider war es nicht möglich ihn dingfest zu machen oder ihm auch nur konkrete Verbindungen zur Camorra zu beweisen. Doch Vitali ist im Vorstand von Ecolofruit, eine der Plantagen, auf denen die verschwundenen Arbeiter zuletzt gesehen wurden. Es wird beschlossen einen Undercover Agenten einzuschleusen, der sich umhören soll. Dieser entdeckt nicht nur, die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Arbeiter dort leben. Die Menschen die dort schuften, werden wie Sklaven gehalten. Doch Tommasso, der Undercover Agent, entdeckt unter anderem, dass in dem Biobetrieb großzügig in der EU, und im Bioanbau erst recht, verbotetene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Diese Entdeckung bringt Tommass
Manchmal liest man einen Kriminalroman und denkt, ach nee, dass ist nun aber ein wenig weit hergeholt. Liest man die Bücher von Malin Thunberg Schunke, ist es umgekehrt, in dem Fall muss man sich immer einmal daran erinnern, dass es Fiktion ist. Fiktion gekonnt mit Fakten gepaart. Gerne mehr davon.
Tödliche Felder
Autorin: Malin Thunberg Schunke
Übersetzerin aus dem Schwedischen: Stefanie Werner
Verlag: Polar Verlag
ISBN: 9783910918443
Preis: 17,00 €













