• Fantastisch,  Roman

    House of Ash and Shadow – Die goldene Stadt 1 von Leia Stone

    Fallon ist 17 und verflucht. Wann immer sie jemand berührt, leidet sie unerträgliche Schmerzen. Sie ist ein Findelkind und lebt mit ihrem Pflegevater in einem kleinem Ort, in der Nähe der goldenen Stadt. In ihrem Dorf leben die Fae ohne Magie, während in der Stadt, die mit magischen Fähigkeiten residieren. Als ihr Pflegevater krank wird und ihm Kräutermedizin nicht mehr hilft, macht sie sich auf den Weg in die goldene Stadt, um Medizin und einen Heiler zu finden, der hilft, obwohl sie kein Geld haben. Hier trifft sie Ariyon, der nicht nur ihren Vater heilt, sondern der auch der Einzige ist, der sie berühren kann, ohne den Fluch auszulösen. Fallon entdeckt, dass sie nicht, wie vermutet, keine Magie hat, sondern im Gegenteil sehr viel, allerdings der Art, die sehr skeptisch beäugt wird: Nämlich dunkle! Es stellt sich heraus, dass sie die Tochter von Marissa Bane ist, die ihrerseits mittlerweile zur Königin der Nachtwandler geworden ist und einen Krieg gegen die goldene Stadt plant. Fallon gerät zwischen die Fronten, doch sie findet auch Freund:innen an der Akademie, wo man sie hingeschickt hat, um zu lernen ihre Kräfte zu kontrollieren.

    House of Ash and Shadow – Die goldene Stadt 1, ist der Auftakt zu einer Trilogie (bis jetzt sind es drei) und ich habe es mit den leichten Vorbehalt gelesen und wurde sehr angenehm überrascht. Obwohl es die üblichen Elemente dieses Genres enthält, also Romance, Fluch, comming of Age, so hat es doch auch einen besonderen Touch. Einmal stellt es die Sozialen Probleme in einer Klassengesellschaft, sehr praktisch da. In dem Dorf, in dem Fallon aufwächst, gibt es kein Geld, sondern eine Tauschwirtschaft. Als sie in die goldene Stadt kommt, hat sie die Vorstellung, dass dort alle gleich luxuriös leben, doch weit gefehlt, auf der Ostseite leben die „Reichen“, der Adel, die alten Familie und auf der Westseite der Rest, der nicht das Glück hatte, sich die richtigen Eltern ausgesucht zu haben.

    Ein Lesevergnügen mit genügend Stoff zum Nachdenken.

    Übersetzt wurde das Buch von Michael Krug und erschienen ist es bei One – der Jugendsparte von Bastei Lübbe.

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    Der Mord an Maschinenmeister Roolfsen – der (wohl) älteste Krimi der Welt – von Maurits Christopher Hansen

    Kongsberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Stadt des Silbers ist ein Mord geschehen. Der Maschinenmeister Roolfsen ist verschwunden. Zuletzt gesehen wurde er in der Wirtschaft von Hermann und Kirsti Haitler, deren Sohn Kjeld war mit Roolfsen überkreuz, weil die Pflegetochter der Wirtsleute, Karine, Roolfsen den Vorzug gab. In dunkler Nacht nun, nachdem Kjeld wilde Drohungen gegen seinen Konkurrenten ausgestoßen hat, ist Roolfsen verschwunden. Kjeld beteuert seine Unschuld, gibt aber zu, die Leiche entsorgt zu haben. In Verdacht geraten seine Eltern. Der Justiziar, Assessor Johannes Barth, der auch die Funktion eines Ermittlers hat, fällt es schwer in Kjeld den Schuldigen zu sehen, zu Mal sein Vorgesetzter der Oberbergmann, es sehr eilig hat die Schuld irgendjemanden in die Schuhe zu schieben und die Ermittlungen blockiert und durch seine Mauscheleien selbst in Verdacht gerät.
    Der (wohl) älteste Krimi der Welt, wurde von seinem Verfasser Maurits Christopher Hansen als Kriminalanekdote bezeichnet. Was sehr gut passt. Die kurzen Abschnitte, die skurrilen Figuren und die zum Teil umwerfend komischen Szenen geben der Geschichte Tempo. Maurits Christopher Hansen (1794 -1852) hatte ein Talent dafür mit wenigen Worten prägnante Bilder zu erschaffen.
    Ein großes Lob an die Übersetzerinnen Evelyn Dahlsrud und Gabriele Haefs, die diese Geschichte gefunden und übersetzt haben. Dank auch an den Rote Katze Verlag Lübeck, der solchen Projekten ein zu Hause gibt.

    Der Mord an Maschinenmeister Roolfsen - der (wohl) älteste Krimi der Welt 
    Autor: Maurits Christopher Hansen
    Übersetzerinnen aus dem Norwegischen: Evelyn Dahlsrud und Gabriele Haefs
    Verlag: Rote Katze Verlag, Lübeck
    ISBN: 978-3-910563-44-5
    Preis: 15,00 €
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  • Roman

    Mein Bruder Wolf von Lara Taveirne

    Am 12. Dezember 2012 macht Wolf sich auf zum nördlichsten Ort Schwedens, um dort zu sterben. Zehn Jahre später beginnt seine Schwester, die Autorin, über seine Reise zu den Polarlichtern zu schreiben. Wolf hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Aufgebrochen ist er mit Jack Kerouacs «On the Road» und einem Moleskine Heft, in dem er seine Reise dokumentiert. Dieses Heft wird, mit seiner Leiche, fünf Monate später gefunden. Er hatte es in Plastik verpackt an seinem Körper. Eine Art Abschiedsbrief? Eine Dokumentation seines Weges zur Endstation? In der Retrospektive wird klar, dass Wolf seine Reise in den Tod bewusst geplant und gut vorbereitet hat. Nur eine Kleinigkeit klappt nicht. Er muss eine Station vor dem nördlichsten Punkt aussteigen, für eine Weiterfahrt hatte er kein Geld mehr.
    Zehn Jahre später versucht Lara Taveirne, die Schwester, seinen Weg zu verfolgen. Versucht, zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Sie zeichnet dabei eine Geschichte ihrer Familie. Wolf war ein Nachzügler, zu den vier Geschwistern bestand ein großer Altersunterschied. Ein neugieriges, ewig fragendes Kind. Später ein 18-Jähriger, der Freunde hatte, der lustig sein konnte, der beliebt war und sich doch überflüssig in dieser Welt fühlte und unter den Polarlichtern sterben wollte.
    Lara Taveirne folgt Bruder Wolf auf seiner Reise, sie erzählt von ihm, ohne zu werten, ohne dass Wut spürbar ist, nur Trauer. Es sind kurze Absätze, kleine Puzzlestücke eines viel zu kurzen Lebens und zehn Jahre der Trauer, die wohl nie vorbeigehen wird. Mit Wolfs Tagebuch macht sie sich auf die Reise.
    Das Buch ist nicht sehr lang und doch habe ich Tage gebraucht, um es zu lesen, nicht weil es schlecht geschrieben wäre – ganz im Gegenteil –, sondern weil es mich tief berühn. rt hat und ich es immer wieder weglegen musste.
    Abgesehen vom Text, ist das Buch wunderschön aufgemacht. Immer, wenn ich es aus der Hand legte, musste ich vorher über den Leinenumschlag mit den goldenen Sternen und dem Polarlicht streichen.

    Mein Bruder Wolf
    Autorin: Lara Taveirne
    Übersetzerin aus dem Niederländischen: Lisa Mensing
    Verlag: Eichborn
    ISBN: 9783847902362
    Preis: 24,00
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  • Krimi

    Die schlafenden Hunde von Dublin von Ellen Dunne

    Zum 5. Mal ist KHK Patsy Logan, die Frau der Stunde, zwischen München und Dublin am Ermitteln. Diesmal ist es sehr persönlich. Fergal Massey, ein alter Freund ihres Vaters und Pubbetreiber in München wurde in Dublin ermordet. Patsy Logan ist gerade nach ihrem Jahr Auszeit zurück in München, als sie davon erfährt, und steht gleich im Mittelpunkt der Ermittlungen, denn Fergal Massey hat vor seinem Tod ein Testament gemacht und sie zur Vollstreckerin ernannt. Mal ganz abgesehen davon, dass sie, ihre Mutter und ihre Geschwister den Hauptteil von Fergals Vermögen erben, ist dieser sehr viel wohlhabender ist, als jeder vermutet.
    Kaum in München gelandet, befindet Patsy sich bereits wieder auf dem Rückflug nach Dublin, diesmal in Begleitung ihrer Mutter Ruth, die Massey die letzte Ehre erweisen will. Das will Patsy auch, aber nicht nur. Sie will wissen, was hinter Fergals Tod, dem merkwürdigen Testament und den Ecstasypillen aus den 90ern steckt, die in Fergals Münchener Wohnung gefunden wurden und sie hat hat so eine Ahnung, dass sie endlich erfahren könnte, was mit ihrem Vater, der 1993 in Irland verschwand, geschehen ist.
    Fergal Massey, Arthur Logan und Mannix Sheridan, waren seit ihrer Schulzeit befreundet. Während Fergal und Arthur sich nach Deutschland absetzten heiratete Mannix Sheridan in eine der Dubliner Familien, die zu den großen Nummern des organisierten Verbrechens zählten. Gerade von ihm erwartet sich Patsy Antworten und stellt schnell fest, dass man riskiert, gebissen zu werden, wenn man schlafende Hunde weckt.
    Auch das 5. Buch der Serie nimmt die Lesenden mit auf eine Tour de Force. Spannung, Emotionen, eine Protagonistin die sowohl tough, als auch verletzlich ist und ein Land dessen Vergangenheit bei Weitem nicht so vorbei ist, wie man meinen könnte. Dazu noch in einem Dublin, wie es Touristen nicht kennen. Das alles aufregend erzählt. Schon die ersten Seiten ziehen den Lesenden so in die Geschichte, dass es unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen.
    «Unfollow Stella», der vierte Teil der Serie wurde mit dem Glauser Preis ausgezeichnet. Eine Ehre, die meiner Meinung nach auch «Die schlafenden Hunde von Dublin» verdienen.

    Die schlafenden Hunde von Dublin
    Autorin: Ellen Dunne
    Verlag: Haymon Verlag
    ISBN: 9783709979815
    Preis: 14,95 €
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  • Krimi

    Keine besonderen Auffälligkeiten von Sophie Sumburane

    Anfang Oktober1989 in Deetz, ein kleiner Ort in Brandenburg. Ein Dorf, in dem man sich kennt und vertraut. Doch dann wird eine Frau ermordet und das Misstrauen sieht ein. Jeder beginnt, jeden zu verdächtigen, aber natürlich konnte es auch jemand aus dem Westen gewesen sein. Man wusste ja, in der DDR gab es so etwas nicht. So etwas geschah nur dort drüben. Und besonders jetzt wo sich so viel tat, wo die alten Sicherheiten wegbrachen, man sogar davon sprach, dass die Mauer fallen würde, konnte es doch sein, dass ein Westmörder sein Unwesen trieb.
    Das ist die Ausgangssituation. Man geht von einer Einzeltat aus. Auch als ein weiterer Frauenmord geschieht, sieht man keinen Zusammenhang. Vieles ist dem Durcheinander des Umbruches geschuldet.
    In Deetz leben zwei junge Frauen, Hedi und Gabi, beide 19 Jahre alt. Hedi und ihr Verlobter, der sie beschützen will und sie total einengt, gehen in den Westen. Gabi hingegen, Hedis beste Freundin seit Kindertagen, will den Mord in ihrem Dorf, nicht auf sich beruhen lassen. Sie ist entsetzt, dass es keinen wirklich zu interessieren scheint. Sie nimmt eine Stellung als Volontärin bei der Bildzeitung an, um mehr zu erfahren und um über diese Morde zu schreiben. Stellt aber schnell fest, dass man dort kein Interesse hat. Zwei alte Frauen ermordet, nicht sexy und die Leute lesen auch viel lieber, Asylantenhetze. Erst als die Frau und das Baby des russischen Chefarztes einer Klinik, in der Honecker behandelt wurde, ermordet aufgefunden wird, zeigt die Presse Interesse. Doch Gabi stellt schnell fest, dass es den Journalisten nicht darum geht zu helfen den Mörder dingfest zu machen, sondern um Schlagzeilen. Hier wird der Zynismus der Sensations-Berichterstattung deutlich und der Alltagssexismus in der Redaktion.

    «Keine besonderen Auffälligkeiten» beruht auf dem Fall des Rosa Riesen, wie die Presse ihn nannte. Des letzten Serienmörders der DDR. Während ihrer Recherche wurde die Autorin von einem Kamerateam der Serie «Crime Time» der ARD begleitet. Hier der Link zur Doku.

    https://www.ardmediathek.de/serie/rosa-riese-jagd-auf-ein-phantom/staffel-1/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9zZGIvc3RJZC8xODQx/1

    Sophie Sumburane gelingt es Fakten und Fiktion, zu etwas Eigenem zu verweben. Vor allem gilt ihr Fokus nicht dem Täter, sondern den Opfern. Natürlich einmal den ermordeten Frauen, aber eben auch den peripheren, denen die verdächtigt wurden, den Hinterbliebenen und denen den durch die Angst, die umgeht, die Luft zum Atmen zu eng wird.
    Auch wenn auf dem Buch Kriminalroman steht und es um die Aufklärung von Verbrechen geht, so ist es doch auch ein Blick auf das Zeitgeschehen.

    Keine besondere Auffälligkeiten
    Autorin: Sophie Sumburane
    Verlag: Edition Nautilus
    ISBN: 9783960544784
    Preis: 20,00 €
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  • Norwegen

    Niemand da von Ingvar Ambjørnsen

    Ingvar Ambjørnsen ist nicht mehr da. Am 19. Juli 2025 ist er gestorben. Daher lesen sich die 12 Geschichten in diesem Buch, mit einer gewissen Wehmut. Es ist das letzte, an dem er aktiv gearbeitet hat. Die norwegische Ausgabe, die den Titel «Die Trauer in St. Peter Ording» hat, enthält fünf Geschichten weniger, als die deutsche. Eine norwegische Rezensentin hat geschrieben «eine Art Wunder – wie schwarze Perlen auf einer Schnur». Die deutschen Lesenden haben also fünf schwarze Perlen mehr auf der Erzählschnur. Die letzte Geschichte «Toter Hund» ist leider unvollendet. Ja, es ist schade, dass Ambjørnsen nun nicht mehr auflösen kann, wie die Geschichte weitergeht, die mit einem erschossenen Hund am Morgen beginnt und sich zu nach und nach zu einer Vier- bis Fünf- vielleicht auch Sechseck Geschichte entwickelt. Andererseits macht es auch Spaß zu spekulieren, wie der Autor es sich weitergedacht hat.
    Die Geschichten in diesem Band gleiten ineinander über, obwohl sie nicht zusammenhängen. Ambjørnsen Fans dürfen sich auf das Treffen mit einigen alten Bekannten freuen. Um es gleich zu sagen: Elling taucht nicht auf, aber Sune aus «Die Nacht träumt vom Tag» erscheint in der Geschichte «Rotes Totem». Otto Gedde, bekannt aus «Eine lange Nacht auf Erden» – dort heißt er Claes Otto Gedde – taucht in «Der Berg ruft» als blinder Pianist auf und wie man im Geleitwort von Gabriele Haefs, der Übersetzerin und Ehefrau des Autors, erfährt, war auch ein Roman über sein Leben als Blindenimitator geplant. Ewig schade, den nicht mehr lesen zu können. Die Schnur, die die Perlen zusammenhält, ist der Tod. Nicht der Tod als Bedrohung, weder Freund noch Feind, sondern einfach eine zu akzeptierende Präsenz im Leben.
    Ingvar Ambjørnsen war ein Meister darin, das Unsichtbare, die Untertöne sichtbar zu machen, ohne sie zu benennen. Dabei fehlte nie der Blick auf die komischen Seiten im Alltagsgeschehen. Eine Stimme, die fehlen wird.

    Niemand da
    Autor: Ingvar Ambjørnsen
    Übersetzerin: Gabriele Haefs
    Verlag: Edition Nautilus
    ISBN: 9783960544753
    Preis: 24,00 €
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  • Roman,  Uncategorized

    Die Namen von Florence Knapp

    Es ist 1987, Cora und Gordon haben ihr zweites Kind bekommen. Gordon, einerseits der beliebte Arzt, andererseits herrschsüchtig, gewalttätig und sadistisch seiner Frau gegenüber, will dass der Junge Gordon heißt, wie es Tradition in seiner Familie ist. Cora gefällt das nicht, sie ist für Julian, Maia die 9jährige Schwester plädiert für Bear, weil das Baby so kuschelig und weich aussieht. Das ist die Ausgangssituation. Ab hier verfolgt Florence Knapp, was geschähe, wenn Cora auf dem Amt nun den Namen Bear oder Julian oder Gordon eintrage ließe. Wie würden das Leben des Kindes, ganz zu schweigen das der gesamten Familie, verlaufen. Welchen Einfluss hätte der Name?

    In Abständen von jeweils sieben Jahren, erzählt die Autorin die Geschichte der Familie. Dabei ist jeweils ein Strang, einem Namen zugeordnet. Was bleibt ist die Grundsituation: Cora, die von ihrem Mann gedemütigt und gequält wird. Maia, die mit neun Jahren Vorsprung zu ihrem Bruder, schon einiges davon mitbekommen hat. Dieses Spiel mit dem Einfluss eines Namens auf das Leben, ist der Autorin sehr gelungen. Nicht umsonst wurde „Die Namen“ allseits, als bester Debütroman gelobt.

    „Die Namen“ ist eines von den Büchern, die einem noch lange beschäftigen. Denn außer den Namen, die die Personen tragen, spielt natürlich auch noch einiges andere eine entscheidene Rolle. Es ist ein „Was wäre wenn Spiel“ bei dem man automatisch an Situationen in der eigenen Lebensgeschichte zurückdenkt, in denen eine anscheinend kleine Entscheidung die Weichen neu stellte. Dabei liest es sich leicht und entwickelt sehr schnell eine Sogwirkung.

    Die Namen
    Autorin: Florence Knapp
    Übersetzerin: Lisa Kögeböhn
    Verlag: Eichborn
    ISBN: 9783847902294
    Preis: 24,00 €
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  • Krimi,  Uncategorized

    Tödliche Felder von Malin Thunberg Schunke

    Ein neuer Fall für Fabia Moretti und Esther Edh von Eurojust. Vordergründig geht es darum einen rumänischen und zwei polnische Staatsbürger aufzufinden, von denen man zuletzt von einer der Tomatenplantagen in Italien gehört hat. Doch Corrado Sanna, von der italienischen Polizei, hat noch ein weiteres Anliegen und das hat einen Namen: Francesco Vitall. Bereits in einem anderen Fall ist haben sich ihre Wege gekreuzt, leider war es nicht möglich ihn dingfest zu machen oder ihm auch nur konkrete Verbindungen zur Camorra zu beweisen. Doch Vitali ist im Vorstand von Ecolofruit, eine der Plantagen, auf denen die verschwundenen Arbeiter zuletzt gesehen wurden. Es wird beschlossen einen Undercover Agenten einzuschleusen, der sich umhören soll. Dieser entdeckt nicht nur, die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Arbeiter dort leben. Die Menschen die dort schuften, werden wie Sklaven gehalten. Doch Tommasso, der Undercover Agent, entdeckt unter anderem, dass in dem Biobetrieb großzügig in der EU, und im Bioanbau erst recht, verbotetene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Diese Entdeckung bringt Tommass

    Manchmal liest man einen Kriminalroman und denkt, ach nee, dass ist nun aber ein wenig weit hergeholt. Liest man die Bücher von Malin Thunberg Schunke, ist es umgekehrt, in dem Fall muss man sich immer einmal daran erinnern, dass es Fiktion ist. Fiktion gekonnt mit Fakten gepaart. Gerne mehr davon.

    Tödliche Felder
    Autorin: Malin Thunberg Schunke
    Übersetzerin aus dem Schwedischen: Stefanie Werner
    Verlag: Polar Verlag
    ISBN: 9783910918443
    Preis: 17,00 €
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  • Biogragisch/Autobiografisch,  Uncategorized

    Wir sind alle gleich, Monsieur – Eine Feministin erhebt Einspruch – Louise Dupin – Herausg: Rudolf von Bitter

    Louise Dupins (1706 – 1799) Schrift „Gegen das Vorurteil von der Ungleichheit der Geschlechter“ wurde nicht zu ihren Lebzeiten veröffentlicht. Sie diktierte weite Teile einem gewissen Jean-Jaques Rosseau, der einige Zeit Sekräter im Hause Dupin war. Der Text wurde in den 50er Jahren bei einer Versteigerung seiner Handschriften entdeckt. Insgesamt soll das Werk an die 3000 Blätter umfassen. Für dieses, wie immer im Wagenbach Verlag, wunderschön aufgemachte Büchlein, hat Rudolf von Bitter Auszüge übersetzt und herausgegeben. Zu Wort kommen auch ihre Stief-Enkelin George Sand mit ihrem Text „Die Berühmheit in meiner Familie, Jean-Jaques Rosseau mit einem Auszug seiner „Bekenntnisse“ in dem er von seiner Zeit als Sekräter und Besucher des Salons von Louise Dupin erzählt. Zu diesen Besuchern gehörte ebenso Voltaire, der sich in seinem Sketch „Frauen, seid untertan euren Männer“ deutlich der Argumentation Louise Dupins bedient.

    Louise Dupin war eine vielseitig interessierte Frau, sie war belesen, hoch gebildet und auch wissenschaftlich interessiert. In ihrem Text „Gegen das Vorurteil von der Ungleichheit der Geschlechter“ verzichtet sie darauf zu theoretisieren. Sie beginnt einfach und praktisch mit den körperlichen Unterschieden und damit, wie sehr die Argumention hinkt, dass diese eine wirkliche Rolle spielen. Sie bezieht sich auf ältere Texte in denen die angeblich geringere Intelligenz von Frauen behandelt wird und entkräftet sie, logisch und mit praktischen Beispielen. Zum Beipiel, dass Mädchen in der Regel keine umfassende Ausbildung erhalten.

    Der Text ist 300 Jahre alt und beim Lesen stellen sich widersprüchliche Gedanken ein. Der eine: Ja, wir haben viel erreicht! Der andere: Es ist noch soviel zu tun! Es stimmt, dass es Frauen mittlerweile auf Vorstandsposten und in Machtpositionen schaffen, doch nur, wenn sie den patriachalischen Rahmen nicht in Frage stellen. Ungleiche Bezahlung und eine höhere Belastung in der Haus- und Pflegearbeit für Frauen, sind immer noch Tatsache.

    Wir leben in einer Zeit, in der so viele Errungenschaften des Feminismus auf der Kippe stehen und gerade darum ist es gut, dass dieser Text von Louise Dupin, der sich übrigens sehr heutig liest, nun vorliegt.

    Wir sind alle gleich, Monsieur - Eine Feministin erhebt Einspruch
    Autorin: Louise Dupin
    Weitere: George Sand, Jean-Jaques Rosseau, Voltaire
    Herausgeber und Übersetzer: Rudolf von Bitter
    Verlag: Wagenbach Edition: Salto
    ISBN: 9783803113870
    Preis: 22,00 €
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  • Pendragon Verlag,  Roman

    Mit dem ersten Licht von Florian Knöppler

    Eine perfekte liebevolle Familie, ein schönes Zuhause und Freund:innen, das alles hat Arne und doch fühlt er sich einsam. Er ist einer, der immer bei allem mitmacht, aber sich nie zugehörig fühlt. Als Laura in seine Klasse kommt, verliebt er sich in sie und die Beiden kommen sich schnell näher. Arne ist nicht mehr einsam, obwohl er sehr wohl spürt, dass bei Laura etwas nicht stimmt.

    Florian Knöppler erzählt Arnes und Lauras Geschichte über einen Zeitraum von mehreren Jahren, die beiden sind 14 als sie sich kennenlernen und das Buch endet, als sie Anfang zwanzig sind. Es ist eine bittersüße Liebesgeschichte, die von so einigem belastet ist. Einsamkeit, Depression, Trauer, häusliche Gewalt und das überwältigende Gefühl erster Liebe, machen den Protgonist:innen zu schaffen. Es ist ein Buch in das man sanft reingezogen. Es ist eine Gesichte der leisen Töne.

    Doch ich habe auch einen Kritikpunkt. Die Dialoge wirken oft gestelzt, zu erwachsen. Immer wieder dachte ich, so reden junge Leute nicht untereinander. Da hätte ich mir mehr Authentizität gewünscht.

    Mit dem ersten Licht
    Autor: Florian Knöppler
    Verlag: Pendragon
    ISBN: 9783865329257
    Preis: 24,00

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