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  • Krimi

    Keine besonderen Auffälligkeiten von Sophie Sumburane

    März 8, 2026 /

    Anfang Oktober1989 in Deetz, ein kleiner Ort in Brandenburg. Ein Dorf, in dem man sich kennt und vertraut. Doch dann wird eine Frau ermordet und das Misstrauen sieht ein. Jeder beginnt, jeden zu verdächtigen, aber natürlich konnte es auch jemand aus dem Westen gewesen sein. Man wusste ja, in der DDR gab es so etwas nicht. So etwas geschah nur dort drüben. Und besonders jetzt wo sich so viel tat, wo die alten Sicherheiten wegbrachen, man sogar davon sprach, dass die Mauer fallen würde, konnte es doch sein, dass ein Westmörder sein Unwesen trieb.
    Das ist die Ausgangssituation. Man geht von einer Einzeltat aus. Auch als ein weiterer Frauenmord geschieht, sieht man keinen Zusammenhang. Vieles ist dem Durcheinander des Umbruches geschuldet.
    In Deetz leben zwei junge Frauen, Hedi und Gabi, beide 19 Jahre alt. Hedi und ihr Verlobter, der sie beschützen will und sie total einengt, gehen in den Westen. Gabi hingegen, Hedis beste Freundin seit Kindertagen, will den Mord in ihrem Dorf, nicht auf sich beruhen lassen. Sie ist entsetzt, dass es keinen wirklich zu interessieren scheint. Sie nimmt eine Stellung als Volontärin bei der Bildzeitung an, um mehr zu erfahren und um über diese Morde zu schreiben. Stellt aber schnell fest, dass man dort kein Interesse hat. Zwei alte Frauen ermordet, nicht sexy und die Leute lesen auch viel lieber, Asylantenhetze. Erst als die Frau und das Baby des russischen Chefarztes einer Klinik, in der Honecker behandelt wurde, ermordet aufgefunden wird, zeigt die Presse Interesse. Doch Gabi stellt schnell fest, dass es den Journalisten nicht darum geht zu helfen den Mörder dingfest zu machen, sondern um Schlagzeilen. Hier wird der Zynismus der Sensations-Berichterstattung deutlich und der Alltagssexismus in der Redaktion.

    «Keine besonderen Auffälligkeiten» beruht auf dem Fall des Rosa Riesen, wie die Presse ihn nannte. Des letzten Serienmörders der DDR. Während ihrer Recherche wurde die Autorin von einem Kamerateam der Serie «Crime Time» der ARD begleitet. Hier der Link zur Doku.

    https://www.ardmediathek.de/serie/rosa-riese-jagd-auf-ein-phantom/staffel-1/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9zZGIvc3RJZC8xODQx/1

    Sophie Sumburane gelingt es Fakten und Fiktion, zu etwas Eigenem zu verweben. Vor allem gilt ihr Fokus nicht dem Täter, sondern den Opfern. Natürlich einmal den ermordeten Frauen, aber eben auch den peripheren, denen die verdächtigt wurden, den Hinterbliebenen und denen den durch die Angst, die umgeht, die Luft zum Atmen zu eng wird.
    Auch wenn auf dem Buch Kriminalroman steht und es um die Aufklärung von Verbrechen geht, so ist es doch auch ein Blick auf das Zeitgeschehen.

    Keine besondere Auffälligkeiten
    Autorin: Sophie Sumburane
    Verlag: Edition Nautilus
    ISBN: 9783960544784
    Preis: 20,00 €

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