Roman
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Mein Bruder Wolf von Lara Taveirne

Am 12. Dezember 2012 macht Wolf sich auf zum nördlichsten Ort Schwedens, um dort zu sterben. Zehn Jahre später beginnt seine Schwester, die Autorin, über seine Reise zu den Polarlichtern zu schreiben. Wolf hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Aufgebrochen ist er mit Jack Kerouacs «On the Road» und einem Moleskine Heft, in dem er seine Reise dokumentiert. Dieses Heft wird, mit seiner Leiche, fünf Monate später gefunden. Er hatte es in Plastik verpackt an seinem Körper. Eine Art Abschiedsbrief? Eine Dokumentation seines Weges zur Endstation? In der Retrospektive wird klar, dass Wolf seine Reise in den Tod bewusst geplant und gut vorbereitet hat. Nur eine Kleinigkeit klappt nicht. Er muss eine Station vor dem nördlichsten Punkt aussteigen, für eine Weiterfahrt hatte er kein Geld mehr.
Zehn Jahre später versucht Lara Taveirne, die Schwester, seinen Weg zu verfolgen. Versucht, zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Sie zeichnet dabei eine Geschichte ihrer Familie. Wolf war ein Nachzügler, zu den vier Geschwistern bestand ein großer Altersunterschied. Ein neugieriges, ewig fragendes Kind. Später ein 18-Jähriger, der Freunde hatte, der lustig sein konnte, der beliebt war und sich doch überflüssig in dieser Welt fühlte und unter den Polarlichtern sterben wollte.
Lara Taveirne folgt Bruder Wolf auf seiner Reise, sie erzählt von ihm, ohne zu werten, ohne dass Wut spürbar ist, nur Trauer. Es sind kurze Absätze, kleine Puzzlestücke eines viel zu kurzen Lebens und zehn Jahre der Trauer, die wohl nie vorbeigehen wird. Mit Wolfs Tagebuch macht sie sich auf die Reise.
Das Buch ist nicht sehr lang und doch habe ich Tage gebraucht, um es zu lesen, nicht weil es schlecht geschrieben wäre – ganz im Gegenteil –, sondern weil es mich tief berühn. rt hat und ich es immer wieder weglegen musste.
Abgesehen vom Text, ist das Buch wunderschön aufgemacht. Immer, wenn ich es aus der Hand legte, musste ich vorher über den Leinenumschlag mit den goldenen Sternen und dem Polarlicht streichen.Mein Bruder Wolf
Autorin: Lara Taveirne
Übersetzerin aus dem Niederländischen: Lisa Mensing
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902362
Preis: 24,00 -
Die Namen von Florence Knapp

Es ist 1987, Cora und Gordon haben ihr zweites Kind bekommen. Gordon, einerseits der beliebte Arzt, andererseits herrschsüchtig, gewalttätig und sadistisch seiner Frau gegenüber, will dass der Junge Gordon heißt, wie es Tradition in seiner Familie ist. Cora gefällt das nicht, sie ist für Julian, Maia die 9jährige Schwester plädiert für Bear, weil das Baby so kuschelig und weich aussieht. Das ist die Ausgangssituation. Ab hier verfolgt Florence Knapp, was geschähe, wenn Cora auf dem Amt nun den Namen Bear oder Julian oder Gordon eintrage ließe. Wie würden das Leben des Kindes, ganz zu schweigen das der gesamten Familie, verlaufen. Welchen Einfluss hätte der Name?
In Abständen von jeweils sieben Jahren, erzählt die Autorin die Geschichte der Familie. Dabei ist jeweils ein Strang, einem Namen zugeordnet. Was bleibt ist die Grundsituation: Cora, die von ihrem Mann gedemütigt und gequält wird. Maia, die mit neun Jahren Vorsprung zu ihrem Bruder, schon einiges davon mitbekommen hat. Dieses Spiel mit dem Einfluss eines Namens auf das Leben, ist der Autorin sehr gelungen. Nicht umsonst wurde „Die Namen“ allseits, als bester Debütroman gelobt.
„Die Namen“ ist eines von den Büchern, die einem noch lange beschäftigen. Denn außer den Namen, die die Personen tragen, spielt natürlich auch noch einiges andere eine entscheidene Rolle. Es ist ein „Was wäre wenn Spiel“ bei dem man automatisch an Situationen in der eigenen Lebensgeschichte zurückdenkt, in denen eine anscheinend kleine Entscheidung die Weichen neu stellte. Dabei liest es sich leicht und entwickelt sehr schnell eine Sogwirkung.
Die Namen
Autorin: Florence Knapp
Übersetzerin: Lisa Kögeböhn
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902294
Preis: 24,00 € -
Mit dem ersten Licht von Florian Knöppler

Eine perfekte liebevolle Familie, ein schönes Zuhause und Freund:innen, das alles hat Arne und doch fühlt er sich einsam. Er ist einer, der immer bei allem mitmacht, aber sich nie zugehörig fühlt. Als Laura in seine Klasse kommt, verliebt er sich in sie und die Beiden kommen sich schnell näher. Arne ist nicht mehr einsam, obwohl er sehr wohl spürt, dass bei Laura etwas nicht stimmt.
Florian Knöppler erzählt Arnes und Lauras Geschichte über einen Zeitraum von mehreren Jahren, die beiden sind 14 als sie sich kennenlernen und das Buch endet, als sie Anfang zwanzig sind. Es ist eine bittersüße Liebesgeschichte, die von so einigem belastet ist. Einsamkeit, Depression, Trauer, häusliche Gewalt und das überwältigende Gefühl erster Liebe, machen den Protgonist:innen zu schaffen. Es ist ein Buch in das man sanft reingezogen. Es ist eine Gesichte der leisen Töne.
Doch ich habe auch einen Kritikpunkt. Die Dialoge wirken oft gestelzt, zu erwachsen. Immer wieder dachte ich, so reden junge Leute nicht untereinander. Da hätte ich mir mehr Authentizität gewünscht.
Mit dem ersten Licht
Autor: Florian Knöppler
Verlag: Pendragon
ISBN: 9783865329257
Preis: 24,00 -
Realtiy von Jasmin Ramadan

Lilith Innocentia West, kurz Lit genannt, eine nicht mehr ganz junge erfolglose Künstlerin, ist das Kind recht erfolgreicher Eltern. Der Vater Söhnke, ein bewunderter Schriftsteller – zur Zeit der Handlung in einer Krise – und die Mutter Wanda, die berühmteste Psychologin der Nation, mit einer Reihe Büchern und eigenem Podcast. Als Wanda in ihrem Podcast über ihre Tochter spricht und ihr Alexithymie, die Unfähigkeit Gefühle zu empfinden, diagnostiziert, bricht Lit den Kontakt ab. Sie ist sich sicher, dass es nicht so ist. Sie kann Gefühle wahrnehmen, sie kann sogar förmlich darin baden. Allerdings nur, wenn sie sie bei anderen auslöst. Sie genießt es, Leute in Wut zu bringen und kreiert mit Hingabe Situationen, in denen das geschieht. Obwohl sie die Diagnose ihrer Mutter für falsch hält, setzt sich doch durch sie etwas in ihre in Bewegung. Sie begibt sich auf eine Nordseeinsel. Dort jobt sie ein wenig vor sich hin, bis eines Nachts eine surreale Erscheinung namens Plü erscheint und ihr mitteilt, wenn sie es schafft, innerhalb eines halben Jahres wirklich tiefe Liebe zu empfinden, wird sie 89 Millionen erben. Lit ist sich zwar nicht sicher, dass ihr das gelingt, aber sie kehrt zurück in die Stadt und aktiviert schon mal die Datingpools.
Lits Reise zur Liebe und zur Aufdeckung des Traumas, das sie mit sich herumschleppt, ist berührend, spannend, fantasievoll und furios erzählt. Dabei war ich versucht das Buch nach den ersten 20 Seiten auf die Seite zu legen, weil ich es ein wenig schwer hatte in den Erzählstil zu kommen. Ich bin so froh, dass ich bei der Stange geblieben bin. Die Sprache des Buches ist sehr heutig, es ist schnell, es zeigt viel von der Verlorenheit einer Generation zu Snapchatzeiten. Trauma, ererbtes Trauma, die Ansprüche der Familie und der Gesellschaft und die Suche nach den verlorenen, verdrängten Elementen der Vergangenheit. Trotz dieser Themenvielfalt liest sich das Buch leicht und die Art wie Lit die Lesenden immer wieder anspricht, sie zum Teil ihrer Geschichte macht, vertieft die Beziehung zur Protagonistin.
Reality
Autorin: Jasmin Ramadan
Verlag: Weissbooks
ISBN: 9783863372309
Preis: 24,00 € -
Olav Audunssohn von Sigrid Undset

Olav Audunssohn und Ingunn Steinfinnstochter werden in bewegte Zeiten geboren. Es ist das 13. Jahrhundert in Norwegen, das Land ist zwar christianisiert, aber es gibt noch genügend die meinen, die Kirche solle sich um die Seelen kümmern und ansonsten sollten die alten Sippengesetze gelten. In mitten dieses Ringens geraten Olav und Ingunn. Als Kinder hat man sie miteinander verlobt und da Olav der Pflegesohn von Ingunns Vater ist, sind sie zusammenaufgewachsen. Sie wussten um das Verlöbnis. Doch nachdem Steinfinn starb, werden seine minderjährigen Kinder Mündel von Verwandten, die sich für die schöne, allerdings nicht sehr kluge, Ingunn, eine bessere Partie wünschen und kurz erklären, dass diese Verlobung in Kindertagen doch wohl nur ein Spaß gewesen sein kann. Olav will das nicht hinnehmen und besteht auf dem Verlöbnis. Da er und Ingunn mittlerweile miteinander schlafen, gelten sie im Sinne der Kirche als verheiratet und ein langes Tauziehen mit der Sippe beginnt. Schließlich kommt es zu einem Vergleich, bevor der entgültig besiegelt werden kann, erschlägt Olav im Streit einen von Ingunns Verwandten, wird für vogelfrei erklärt und muss das Land für vier Jahre verlassen.
Sigrid Undset wurde einmal von einem Kritiker geraten, es doch mit diesen Mittelalterromanen zu lassen. Wie gut, dass sie nicht auf ihn gehört hat. Denn sowohl Kristian Lavranstochter als auch Olav Audunssohn, beide spielen zur selben Zeit, sind Meisterwerke. Ihre Beschreibungen der Menschen, deren Lebensumstände, der Natur die sie umgibt, das ist Lesen in 3-D. Es ist eines der Bücher, die man am Liebsten sofort nach dem Beenden wieder von vorne beginnen würde. Doch es gibt Grund zur Freude, Olavs Geschichte geht weiter, der zweite Band erscheint bereits am 20.03.2026.
Olav Audunssohn
Autorin: Sigrid Undset
Übersetzerin aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs
Verlag: Kröner
ISBN: 9783520629050
Preis: 30,00 € -
Ring the Bells von C. K. McDonnell

Es ist Weihnachtszeit und auch die Belegschaft der Stranger Times plant eine kleine Feier. Grace, die Büroleiterin, hat extra Etiketten von „richtigem“ Wein auf die Flaschen mit dem alkoholfreien geklebt, um ihren Boss, den unberechenbaren versoffenen Vincent Banecroft, trocken zu kriegen. Es stehen Plätzchen bereit, die letzte Ausgabe vor Jahresende ist, oh Wunder, pünktlich fertig geworden und alles könnte … nun ja, vielleicht nicht schön, aber nett sein, doch dann werden ihre Rechner lahmgelegt und nichts geht in Druck. Während dessen trifft sich in der Bibliothek der Universität Manchester ein Buchclub, der ab und an magische Experimente macht. Während eines solchen, lassen sie ausversehen einen sehr alten Gott frei, der nun auf Rache an allen und jeden sinnt. Stella, Journalistin in Ausbildung, bekommt Besuch von einer jungen Frau, die behauptet die UrUrEnkelin des bekifften Rastafaris Manni, der die Druckerpresse bedient, zu sein und beginnt Nachforschungen anzustellen. Und dann wäre da noch das Weihnachtswunderland und ein Weihnachtsmann der alle Wünsche wahr werden lässt, was zu Einhörnern und zu allelei anderen Merkwürdigkeiten im Stadtbild führt. Also Ho Ho Homocide und frohes Fest.
Es ist der 5. Teil der Reihe und es wird nicht ein bisschen langweilig. Oft ist bei Serien ja ab dem vierten Teil die Luft ein wenig raus, aber nicht her. Die Bücher sind wundervoll übersetzt von André Mumot und es ist eine Freude, diese etwas andere Weihnachtsgeschichte zu lesen. Neben der Lachtränen, wird sicher bei den Lesenden auch das eine oder andere Tränchen der Rührung fließen, wie es sich bei einer Weihnachtsgeschichte – sei sie noch so skurill – gehört.
Ring the Bells - Nicht jede Bescherung ist ein Geschenk
Autor: C. K. McDonnell
Übersetzer: André Mumot
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902225
Preis: 22,00 € -
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber

Emma ist tot! Sie wurde von ihrem Mann Frank ermordet und von ihrer 10-jährigen Tochter Maja gefunden. Für Frank geht es ins Gefängnis, doch wie geht es für Maja, für Brigitte und Per, Emmas Eltern, und für Liv, die beste Freundin und Majas Patentante weiter?
Maja lebt nun bei Brigitte und Per in Glauberg, Hessen. Sie kommt nur schwer mit dem, was geschehen ist, zurecht. Nur in Gesellschaft ihrer Patentante Liv und deren Hündin Chloé wird sie lockerer. Liv ist Astrophysikerin und Maja interessiert sich für das Universum.
Ein Mishna Zitat sagt: „Wer einen einzigen Menschen tötet, zerstört eine ganze Welt“. Dass dies der Wahrheit entspricht, zeigt Jasmin Schreiber in „Da, wo ich dich sehen kann“ auf berührende Weise. Für die Familie von Emma ist nichts mehr, wie es vorher war. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Frank war manipulativ und gewalttätig. Emma wirkte nicht glücklich, hat aber auch nicht darüber gesprochen, was Frank ihr antut. Die Hinterbliebenen bleiben mit den Fragen, was wenn wir dann und dann das und das gesagt hätten? Wenn wir genauer nachgefragt hätten? Hätte Emma sich denn getrennt? Wäre sie noch am Leben? Auch Maja hat Schuldgefühle, weil sie ihren Vater der Mutter oft vorgezogen hat. Sie kämpft mit Alpträumen, weil sie meint ein böses Mädchen gewesen zu sein. Auch fühlt sie sich schuldig, weil sie ihren Vater immer noch liebt.
Jasmin zeigt nicht nur die einzelnen Personen, sondern wirft auch Schlaglichter auf Femizide, die statistisch gesehen, vermehrt zunehmen. Sie fügt Artikel und Behördenschreiben in die Geschichte ein und gibt ihr damit noch mehr Tiefe. Es ist ein Buch, das tief unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das viele lesen sollten. Es erzählt mehr, als die Geschichte einer Familie nach einem traumatischen Ereignis. Es erzählt auch von der strukturellen Gewalt gegen Frauen und wie gerne darüber hinweg gesehen wird.Da, wo ich dich sehen kann
Autorin: Jasmin Schreiber
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902232
Preis: 24,00 € -
Das Glück der Bücher von Karin Joachim
Ein neues Buch von Karin Joachim. Diesmal ist es kein Krimi, sondern spielt in ihrer neuen Heimat, dem Münsterland.
Lilo, Mitte 50, ist begeisterte Buchhändlerin, die leider durch wirtschaftliche Umstände gezwungen wird, ihr Geschäft aufzugeben. Die Neuorientierung gestaltet sich schwierig, da der Arbeitsmarkt für über 50jährige nicht viel her gibt, Bürgergeld nur eine verübergehende Unterstützung sein kann, aber sicher nicht geeignet ist, die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. Da entdeckt Lilo die Bücherschränke, die in jedem Ort seit einigen Jahren auftauchen und dort trifft sie diverse interessante Menschen . Ihre eher schwarzgefärbte Welt wird bunter. Allerdings ist nicht jeder neue Bekannte das, was er auf den ersten Blick scheint.
Karin Joachim hat sich eines aktuellen Themas angenommen, der kriselende Buchmarkt, die Verlagerung auf den Onlinehandel und die Gefahr des sozialen Abstiegs, durch Arbeitslosigkeit. Allerdings hätte ich dem Buch einen weniger behäbigen Erzählstil gewünscht.
Das Glück der Bücher
Autorin: Karin Joachim
Verlag: Gmeiner
ISBN 9783839208502
Preis: 15,00 € -
Sophie – Die Kaisermacherin von Michaela Baumgartner
Irgendwann war die Erzherzogin Sohpie, Gattin von Erzherzog Franz Karl und Mutter von Kaiser Franz Josef, mal ein Mädchen und eine Prinzessin in Bayern. Sie war ausgelassen, hatte ein liebevolles Elternhaus, ein lebenslanges gutes Verhältnis zu den Eltern und den meisten ihrer Geschwister. Aus Liebe Heirat sie Franz Karl nicht, sie macht sich auch keine Illusionen über seine geistigen Qualitäten, doch Sympathie ist da und so scheint es ihr kein allzu großes Opfer zu sein. Sie hingegen ist gebildet, politisch interessiert und nicht ohne Ehrgeiz. Da Kaiser Ferdinand, nicht die hellste Kirsche auf der Torte, denkbar ungeeignet ist, die Unruhen in Wien zu begegnen, wird er zurücktreten und eigentlich wäre nun Franz Karl sein Nachfolger und Sophie somit Kaiserin. Sie überredet ihren Gatten zu Gunsten Franz Josefs zurückzutreten und bleibt die graue Eminenz im Hintergrund. Das ändert sich, als dieser die 15 jährige Sisi, Sophies Nachte heiratet. Erst ist das Verhältnis ungetrübt, doch das ändert sich schnell. Sisi erweist sich nicht als so formbar, wie Sophie es sich erhofft hatte.
Michaela Baumgartner erzählt die Sophies Geschichte historisch korrekt, mit Brief- und Tagebuchfragmenten untermaut. Das Buch liest sich sehr flüssig, allerdings muss ich gestehen, dass ich es als Biografie vorgezogen hätte. Doch das ist natürlich Geschmackssache. Schön ist es, dass es mit Bild der herzlosen Schwiegermutter und dem süßlichen Sisi Klischee aufräumt.
Sophie - Die Kaisermacherin
Autorin: Michaela Baumgartner
Verlag: Gmeiner
ISBN: 9783839209059
Preis: 17,50 € -
Haralds Mama von Johanna Fried
Harald, bipolar, tablettenabhängig und liebenswert, er erinnert seine Freundin an einen golden Retriver, war auf Entzug. Nun soll er heimkehren. Doch zu wem? Zu seiner Freundin oder zu seiner Mutter? Die beiden Frauen treffen auf einem kleinen Flughafen im Norden Schwedens aufeinander. Einig sind sie sich nur darin, dass sie einander nicht leiden können und die jeweils andere schädlich für Harald halten. Schnee nun verhindert den Abflug von Haralds Flugzeug und die beiden Frauen, die ihn lieben, sich aber hassen, habe Zeit miteinander zu reden. Wobei reden, das will eigentlich nur Haralds Mama. Seine Freundin hat im Grunde so gar keinen Bedarf, ärgert sich aber mehr und mehr, dass sie jedes Mal, wenn sie den Monolog von Haralds Mama unterbricht, abgewürgt wird. In Gedanken geht sie zurück, geht den Weg noch einmal, der dazu geführt hat, dass sie nun auf diesem Flughafen sitzt und von Vorwürfen einerseits und Selbstneweihräucherung andererseits überschüttet wird.
Johanna Fried lässt zwei Frauengenerationen aufeinandertreffen, die es nicht schaffen füreinander Verständnis aufzubringen. Alles was sie trennt wird gnadenlos offengelegt und keine ist bereit das Feld zu räumen und über dem Feld schwebt Harald.
Haralds Mama
Autorin: Johanna Fried
Übersetzerin: Susanne Dahmann
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902188
Preis: 23,00 €


















