Kurzgeschichten
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Sag mir, wo die Liebe wohnt von Kersten Flenter

Kersten Flenter macht sich in 41 Geschichten auf die Suche nach dem Ort wo die Liebe wohnt. Wer sich mit ihm aufmacht, wird vielleicht nicht deren genaue Adresse finden, aber eine extrem unterhaltsame Zeit haben. Es macht auch nichts, dass sich keine gültige Antwort findet, denn bekanntlich sind ja manche Fragen wichtiger als die Antworten und die Suche spannender und unterhaltsamer als das Finden. Eine Ahnung wo besagte Liebe haust bekommt man aber beim Lesen: Im Blick des Autors auf eine Welt, deren Entwicklung und deren Akteure ihm Sorgen macht.
Der Reigen der Geschichten geht von der analogen in die digitale Welt. Manchmal mit einem nostalgischen Blick, ausgelöst durch einen Gegenstand, wie etwa einen Stopfpilz. Der die Frage auslöst, warum wir eine Gesellschaft der Sockenwegwerfer geworden sind, wo es doch im Sinne der Nachhaltigkeit besser wäre zu stopfen. Schön auch die „Ratschläge an einen angehenden Schriftsteller“. Herrlich der Blick auf die 6 Akademiker, die einen Campingausflug plus Junggesellenabschied planen. Noch einmal wollen sie, wie in ihrer Jugend spontan los und es krachen lassen. Doch in digistalisierten Zeiten geht das natürlich nicht ohne What’s app Gruppe und anderen Segnungen die das Leben bequemer machen.
Eine absolute Lesempfehlung, auch zum Vorlesen.
Sag mir, wo die Liebe wohnt
Autor: Kersten Flenter
Verlag: Blaulicht
Preis: 9,90 € -
Streichhölzer von Ásta Sigurðardóttir
Erst einmal zur Autorin: Ásta Sigurðardóttir (1930-1971), geboren und aufgewachsen im Westen Islands auf einem abgelegenen Bauernhof. Mit 14 kam sie nach Reykjavik, wo sie zur Schule ging, später als Malermodell arbeitete, ledig Kinder bekam und im Alkoholismus versank. 1951 erschien ihre erste Geschichte.
Ihre Geschichten spielen sowohl in der Großstadt, als auch auf dem Lande. Sie erzählen von der Schwierigkeit nicht akzeptiert zu werden. Anders zu sein, immer wieder auf Ablehnung und Ausgrenzung zu stossen. Schon die erste Geschichte im Buch „Sonntagabend bis Montagmorgen“ zeigt dies sehr deutlich. Eine junge Frau ist auf einer Party, sie ist die Außenseiterin, das Malermodell, die Anrüchige. Niemand unterhält sich mit ihr und als sie immer exzessiver nach Aufmerksamkeit sucht, schmeißt man sie raus. Betrunken geht sie durch die Straßen, bis ein Mann mit Bauch ihr anbietet sich in seiner Wohnung auszuruhen und schließlich versucht sie zu vergewaltigen, worauf sie einen urgewaltigen Schrei ausstösst und fliehen kann. Die Geschichte „Supermann“ widerum erzählt von einem Jungen der seine Liebste an einen amerikanischen Piloten verloren hat und nun betrunken davon träumt, wie er zu Supermann wird und sich bitter an allen recht.
Ásta Sigurðardóttirs Geschichten sind im Bewusstseinstrom geschrieben, also die meisten, sie mäandern also durch die Gedankenwelt der Protagonisten und sind von enormer Intensität, schwer unterdrückter Wut auf die Verachtung und Bigotterie der Gesellschaft, und von dem Wunsch getragen, akzeptiert und geliebt zu werden.
Fazit: Ein Schatz!
Streichhölzer
Autorin: Ásta Sigurðardóttir
Übersetzerin aus dem Isländischen: Tina Flecken
Verlag: Guggolz
ISBN: 9783945370483
Preis: 24,00 €

