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Die Namen von Florence Knapp

Es ist 1987, Cora und Gordon haben ihr zweites Kind bekommen. Gordon, einerseits der beliebte Arzt, andererseits herrschsüchtig, gewalttätig und sadistisch seiner Frau gegenüber, will dass der Junge Gordon heißt, wie es Tradition in seiner Familie ist. Cora gefällt das nicht, sie ist für Julian, Maia die 9jährige Schwester plädiert für Bear, weil das Baby so kuschelig und weich aussieht. Das ist die Ausgangssituation. Ab hier verfolgt Florence Knapp, was geschähe, wenn Cora auf dem Amt nun den Namen Bear oder Julian oder Gordon eintrage ließe. Wie würden das Leben des Kindes, ganz zu schweigen das der gesamten Familie, verlaufen. Welchen Einfluss hätte der Name?

In Abständen von jeweils sieben Jahren, erzählt die Autorin die Geschichte der Familie. Dabei ist jeweils ein Strang, einem Namen zugeordnet. Was bleibt ist die Grundsituation: Cora, die von ihrem Mann gedemütigt und gequält wird. Maia, die mit neun Jahren Vorsprung zu ihrem Bruder, schon einiges davon mitbekommen hat. Dieses Spiel mit dem Einfluss eines Namens auf das Leben, ist der Autorin sehr gelungen. Nicht umsonst wurde „Die Namen“ allseits, als bester Debütroman gelobt.

„Die Namen“ ist eines von den Büchern, die einem noch lange beschäftigen. Denn außer den Namen, die die Personen tragen, spielt natürlich auch noch einiges andere eine entscheidene Rolle. Es ist ein „Was wäre wenn Spiel“ bei dem man automatisch an Situationen in der eigenen Lebensgeschichte zurückdenkt, in denen eine anscheinend kleine Entscheidung die Weichen neu stellte. Dabei liest es sich leicht und entwickelt sehr schnell eine Sogwirkung.

Die Namen
Autorin: Florence Knapp
Übersetzerin: Lisa Kögeböhn
Verlag: Eichborn
ISBN: 9783847902294
Preis: 24,00 €
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Mein Name ist Karin Braun, lebe in Kiel, arbeite als Autorin, Herausgeberin, Literatourbloggerin und Übersetzerin - also kurz: ich mach was mit Worten.