Noch fünf Tage von Andrea Fischer Schulthess
Noch fünf Tage, dann will Amanda sich das Leben nehmen. Sterben wollte sie schon immer, besser gesagt, sie wollte nie wirklich leben. Erträglich war es für sie nur durch Alkohol und Tabletten. Es gab auch ruhigere Zeiten, während ihr Sohn klein war, auch liebt sie ihren Mann, der immer zu auf Geschäftsreise ist und die Erinnerungen an ihren Großvater Alois, wie er in ihrer Kindheit war. Von dem unternehmungslustigen Mann von damals ist nicht viel übrig geblieben, mittlerweile ist er ein boshafter Alter geworden, den sie sich fernhält. Was er aber nicht bleibt, denn fünf Tage bevor sie aus dem Leben scheiden will, passiert so einiges. Die Freundin ihres Sohnes ist schwanger und Alois hat sich verletzt und muss erst einmal bei seiner Enkelin einziehen. Vieles kommt hoch, auch die ungeklärten Fragen, die sie seit ihrer Kindheit belasten. Wer war ihre Großmutter und warum hat sie sich umgebracht? Warum war Amandas eigene Mutter so distanziert und hat sie irgendwann von ihrem Großvater ferngehalten? Komischerweise haben die ganzen Probleme nicht den Effekt, dass sie nun erst recht sterben will, sondern genau das Gegenteil. Amanda will noch ein wenig bleiben, doch dann …
Familiendrama, Psychokrimi? Irgendwie beides. Die Geschichte hat mich sehr mitgenommen, besonders da die Protagonistin teils nur schwer auszuhalten ist. Aber das kann man ja literarisch nur als Qualität ansehen. Ein wenig störend fand ich die Rückblenden, die so unmotiviert daher kommen. Das hätte sich geschickter lösen lassen.
Fazit: Ein sehr akutelles, lesenswertes Buch
Noch fünf Tage
Autorin: Andrea Fischer Schulthess
Verlag: Pendragon
ISBN: 9783865329127
Preis: 22,00 €

