See you Later von Alan Bennett
Hilltopp, nicht vergessen, es wird mit „pp“ geschrieben, ist eines der Altenheime, die nicht ganz schlecht, aber auch nicht wirklich gut sind. Für die Bewohner und Bewohnerinnen ist klar, es geht auch mieser, denn wer den Zuschlag nicht mehr zahlen kann oder nicht spurt, dem droht Low Moor, ein von NHS (National Health Service) betriebenes Heim. Alles geht seinen Gang, es wird gepuzzelt, gestrickt, der Fensterputzer bietet sexuelle Dienstleistungen im Fahrradschuppen an und Woodruff, frönt immer mal wieder seinen exhibitionistischen Neigungen, was ihn Low Moor stetig näher bringt. Dann kommt Corona und die Leiterin, sowie die Hilfe sterben. In Hilltopp etabliert sich eine Selbstverwaltung, denn Mrs. Foss, ein Neuzugang, ist eine recht ressourcevolle Dame.
Das ist also der erste Teil von See you later. Den zweiten bilden Tagebuchauszüge von Alan Bennett während der Coronazeit. Zum ersten Teil lässt sich sagen: Schade dass der Autor es so rausgegeben hat, da wäre noch viel mehr gegangen. Es hat etwas fragmenthaftes und bleibt hinter früheren Werken Bennetts zurück. Sicher der Humor, der Sprachwitz und die skurillen Charaktere sind da. Aber es fehlt der Feinschliff, wie man ihn aus etwa Die soveräne Leserin oder Cosi van tutti kennt.
Die kurzen Tagebuchauszüge sind eine feine Ergänzung, hier ist der Witz da, aber auch das gespenstische der Coronajahre.
See you later
Autor: Alan Bennett
Übersetzer: Ingo Herzke
Verlag: Wagenbach
ISBN: 9783803113887
Preis: 20,00 €

